Leserbriefe die nicht veröffentlicht wurden

 

Leserbrief zu: „Geschäftshaus in der Eichhornstraße".  MP +VB 12-2013

Das Geschäftshaus wurde nicht fertig zum Weihnachtsfest.  Das verdirbt kaum jemand die Festtagsfreude.  Was man bisher sieht von diesem Frontalangriff auf unser Stadtbild lässt alle Hoffnung fahren, dass es nicht so schlimm wird, wie schon die Zeichnungen befürchten ließen.  Solche monströse Belanglosigkeit findet man allerorten, nur passt sie zuweilen in die Gegend, in die sie eingebettet ist. In der Nähe von Falkenhaus und Marienkapelle ist das aber eine Beleidigung für Auge und Herz eines Menschen der diese Stadt liebt. Dieses Konstrukt hat auch lange nicht die Qualität, die wir am Neubau des „Novum“ in der Schweinfurter Straße erkennen können, da passt so was hin, vor allem ist da nach Hotelturm etc. schon eine Umgebung geschaffen. Die natursteinverbrämte Glasbeton-Euphorie wird niemand in unsere vom Fremdenverkehr zehrende Europastadt locken, das finden die Leute überall – von Frankfurt bis  Vancouver und Honolulu.

 

 

 

 

 

 

 

„Ein Aufzugshäuschen am Häckerbrunnen.“ 

9. April 2013 - WUES S.21

Mit großem Interesse habe ich den Bericht über die Abstimmung für das neuerliche Glanzstück in der gebeutelten Würzburger Innenstadt gelesen.  Dass Metall und Glas zum Einsatz kommt, war von vorne herein klar, genau so, wie der Standort, denn die gemütlichen Sitzgelegenheiten waren vielen schon immer ein Dorn im Auge. Bleiben da doch die Besucher, wie auch viele Würzburger viel zu lange sitzen, ohne sich in das Rennen um die Schnäppchen einzureihen.  Da werden dann sicher viel weniger und mit absoluter Sicherheit auch unbequemere Sitzgelegenheiten – wenn überhaupt – installiert, harren doch auch ungezählte Angebote mit lukullischen Glanzstücken auf die Gäste.  Die Glaskiste reiht sich unterwürfig ein in die neueren Kreationen am unteren und oberen Markt, so dass man erfolgreich so altes Zeug wie das Falkenhaus verdrängen kann, was allerdings bei der Marienkapelle nicht so ganz gelingt. Indessen kann sich wieder einmal der Bürger meines Schlages die Namen notieren, die uns das eingebrockt haben, aber auch die sich elegant raushielten, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

„Ex-OB soll Widerstandskämpfer weichen“  13.9. 2013

Die Entscheidung kommt sehr spät, aber sie kommt. Damals durfte die Vergangenheit diverser Politiker nicht diskutiert werden, ohne sofort als Kommunist, Nestbeschmutzer oder Vaterlands­verräter denunziert zu werden.  Alles, was auch nur ein bisschen nach links tendierte, geriet unter die Lupe des Verfassungs schutzes. So wurde über ein halbes Jahrhundert lang eine Erinnerungs­kultur, wie sie heute Gemeingut ist, verhindert. Sonst wären nämlich solche Sätze aus Zimmerers Dissertation nicht mit dem Mantel des Schweigens verdeckt worden:

Vorwort: S. 2.  „Da es eine wertfreie Wissenschaft nicht gibt, muss auch jede wissenschaftliche  Arbeit ihre weltanschaulichen Fundamente aufzeigen. Diese fußen bei uns vor allem im Buch des Führers „Mein Kampf“.“

S. 11: Zu anderen Rassen: ...“Gleichgültig ob „an sich“ gut oder schlecht, die Andersartigkeit und Fremdheit gibt den Ausschlag für die Ablehnung.“

S. 17: „Ursprüngliche Rechtsquelle ist das im Volksempfinden wurzelnde Recht. Daraus stammen die abgeleiteten Rechtsquellen: die staatlichen Gesetze, das Gewohnheitsrecht und der Führerbe­fehl.“

S. 25: Über Demokratie: ..... „Diese in wesentlichen Punkten  also auf Fiktionen aufbauende Demokratie muss die Auflösung des Staates bewirken.  Sie ist die politische Form des rassischen Niedergangs.....“

S. 54:  Staatsangehörigkeit.  „........Neben der politischen Folge des Führergedankens steht als Wichtigstes: biologische Förderung des Gesunden, Ausmerzung  des Untüchtigen, Verhinderung der Rassenmischung....“

S. 58: Frage nach der Stellung der Frau: „....lehnt eine restlose formelle Gleichstellung beider ab.“  ...der natürliche Beruf der Frau ist der als Mutter.  Normalerweise erhält daher die Frau die politischen Rechte erst mit der Verheiratung ...“

S. 61: Stellung der Nichtdeutschen.  „Am brennendsten auf diesem Gebiet ist die Judenfrage... 1869 ließ man die Juden jetzt auch zu den politischen Ämtern zu,..... Die Folgen für Deutschland...... ins­besondere war der kulturelle Niedergang Deutschlands  nicht zuletzt eine Folge der Verjudung.....“

Solche Texte waren in den 50ern kein Problem. Politik und Rechtsprechung ließen das zu. Es hieß: „Es muss endlich Schluss sein mit der Vergangenheitsbewältigung.“

                                                                                                               helmut