Leserbriefe und Briefe 2019

 

 

Leserbriefe

die guten Lb's werden halt nicht veröffentlicht

Zu: AKK will Nationalen Sicherheitsrat am 8.11.2019 S. 1

So deutlich hat noch niemand aus dem Nähkästchen geplaudert wie AKK vor der BW-Universität. Dass sie mit einem nationalen Sicherheitsrat das Parlament aushebeln möchte ist nur die eine Seite. Sie spricht dort auch von strategischen Zielen, von deutschen Interessen die durchgesetzt werden sollen, die aufhorchen lassen. Wir Bürger möchten wissen, welche Strategien und Interessen das sind, für die das Geld ausgegeben werden soll, das die ganze Liste von Problemen von der Schere zwischen arm und reich, dem ÖPNV, dem Klimawandel und der Integration leichter lösen ließe. Von den ins Feuer zu schickenden Soldaten abgesehen. Wer bedroht uns denn?  AKK’s Worte bedrohen andere Staaten. AKK ist Verteidigungs- nicht Kriegsministerin. Ist es nur diese Frau oder hat sie den Auftrag, steckt da schon eine Strategie dahinter. So ähnliche Texte kenne ich aus den 30er Jahren und da kommt mir auch in den Sinn, dass es das Zentrum und die bayrische Volkspartei waren, die Hitler mit dem Ermächtigungsgesetz  den Weg freimachten. Noch arbeiten die Christlichen Parteien nicht mit den Höckes zusammen. Aufpassen!

zu: „Merkel wirbt für Verständigung“ 4.10. 2019 S. 1

Mit Sicherheit kann man erwarten, dass bei jedem Problem, das für uns Bürger von Bedeutung sein kann, Frau Merkel wortreich erklärt, um was es geht und wie sie das zu lösen gedenkt. Und sie macht nichts. Und jetzt mahnt sie wieder an und hätte 20 Jahre Zeit gehabt, das zu ändern. Und wir lassen uns das gefallen, dass sie Banken rettet, die Autoindustrie ihre Kunden belügen und betrügen lässt und ihnen dann auch noch über Umtauschprämien Milliarden rüberschiebt. Und - und - und. Aber wenn es um das Klima oder die Schere zwischen arm und reich geht, tote Hose. Wir sehen seit zig Jahren wohin das führt und jetzt kommt dieses Mädchen und zeigt uns, wie man das macht: Streik, ziviler Ungehor­sam, so hat es uns Gandhi gezeigt. 5 000 kamen zur Demo in Würzburg, es müssen zig Tausend werden und es darf nicht beim Schulstreik bleiben. Die da oben kapieren es erst, wenn‘s weh tut. Greta Thunberg beschämt uns, die wir wussten und nicht energisch genug handelten.

 

Alle großen Kulturen, die Mochica und Inka in Peru, die Olmeken und, Azteken in Mexiko, die Chou und Han in China, das Maurja und das Indus-Reich in Indien, die Sumerer, Assyrer, Babylonier und Ägypter im vorderen Orient, das waren Hochkulturen mit nach heutigen Be­griffen kaum fassbarem Wissens-, Gestaltungs- und Verwaltungsvermögen. Sie alle gingen unter, weil die Kasten der Führer, Priester und Kapitalisten ihre Völker ausbeuteten, versklav­ten und missachteten. Das waren Völker in umrissenen Gebieten. Jetzt geht es um die ganze Welt. Leute wir Trump, Johnson, Putin, Merkel, man kann sie beisammen finden bei ihren Konferenzen, wo sie krampfhaft versuchen, den Problemen aus dem Weg zu gehen und ihre Macht weiter zu behalten, egal war  draus entsteht, sind dabei diese Welt unbewohnbar zu machen.

 

 

Zu: „Antisemitismus auch in der Region“ 21.6.2019, S. 1 + "Antisemitismus:"Wir haben eine neuen Eskalationsstufe erreicht." 8.8.2019

Mit einer Mischung aus Scham, Wut und Verzweiflung muss ich immer wieder erleben, dass nach allem, was in unserm Land unseren jüdischen Bürgern und Glaubensbrüdern in Europa angetan wurde, nach dem Ende der Nazidiktatur  nicht dazu geführt hat, dass diese Menschen, die hier geblieben sind oder zurück kamen, nicht in Ruhe hier leben können. Dadurch, dass sie wieder hier sind, hier leben wollen, zeigen sie, dass sie trotz allem Deutsche sein wollen, im Land ihrer Vorfahren und ihrer Sprache, ihre Pflichten erfüllen und ihre Rechte erfahren dürfen. Wer ihnen das streitig machen will, sie diffamiert, beleidigt oder angreift, hat nicht nur nichts aus der Geschichte gelernt, sondern bricht die Gesetze der BRD, der Menschen­rechte und des Anstands. Und er vergisst auch, was unzählige Deutsche jüdischen Glaubens für Deutsche Kunst, Wissenschaft, Lehre, Sprache und Kultur beigetragen haben.
Schon in den 50er, 60er Jahren habe ich mit Schrecken erkennen müssen, dass an den Stamm­tischen, aber auch in der Politik, bei Bundeswehr und Polizei im Zuge der Linksphobie die ganz weit Rechten ungeniert in der Öffentlichkeit agieren durften. Damals dachte ich, dass die Ewiggestrigen schließlich aussterben würden. Mit demselben Entsetzen sehe ich, wie heute in der Presse – dort vornehmlich auch in Leserbriefen dem Rechtstrend heute Freiflächen geboten werden. Das wäre noch zu ertragen. Was aber im Internet sich quasi anonym und aggressiv tummeln darf und einfach hingenommen wird, ist unerträglich. Es ist schwer für mich, in diesem Land zu leben – als Deutscher, der damals, als er erkannte, wohin ihn der Faschismus trieb, nicht den Mut hatte, die Konsequenzen zu ziehen und dagegen aufzustehen – aber bittet: Liebe Mitbürger und Freunde, kämpft mit allen legalen Mitteln gegen das Krebsgeschwür des Antisemitismus.

Das sind wir unserm Land und unserer Geschichte schuldig.

Mit freundlichen Grüßen   Helmut Försch

 

zu: „P+R-Parkhaus statt Minigolf“ MP 3.5.19 - S.25

P+R-Plätze dürfen nicht die letzten Grünflächen in den Stadtteilen verdrängen. Sie müssen draußen vor der Stadt angesiedelt werden.  Das kann nicht nur eine Aufgabe der Stadt Würzburg sein. Die Bürger aus den umliegenden Landkreisen brauchen die Stadt für Arbeitsplätze, Einkauf, Unterhaltung, Freizeit und Kultur,  was es draußen kaum noch gibt.

Auf dem Boden der Stadt sind P+R- Anlagen nicht mehr realisierbar, weil günstig gelegene Flächen nicht mehr verfügbar sind. Nur gemeinsame Anstrengungen können Abhilfe schaffen: An allen Einfallstraßen müssen Flächen bereitgestellt werden. Der ÖPNV muss so leistungsfähig sein, dass er die Oberflächenparkplätze der Innenstadt ersetzt. Die Bedienung der P+R-Anlagen im angepassten Taktverkehr sollte schnell, bequem, leicht merkbar und wo immer möglich auf der Schiene erfolgen. Das ist realisierbar, es kommt nur darauf an es zu wollen. Freilich, das wissen wir seit 50 Jahren. Es gab auch Pläne dazu. Der Kampf gegen Windmühlen, geht er weiter? Oder kommt die Verkehrswende? Es wäre höchste Zeit.

zu: „ Die Welt rüstet auf..“  30.4.2019 MP S. 4

Die Liste der Militärausgaben sagt, viel mehr als alle Kommentare, darüber aus  wo die Kriegstreiber sitzen. Würden diese ungeheuren Summen dafür verwendet, Hunger, Not und Vertreibung zu regulieren,  würde eine UNO geschaffen ohne Vetorecht, die über die Rechte der Menschen und Staaten letzte Instanz ist und die die einzige bewaffnete Truppe unterhält, die nur durch Mehrheitsbeschluss eingesetzt werden darf, könnten alle Probleme, die heute das Überleben dieser unserer Welt bedrohen, gemeinsam gelöst werden. Es wäre eine Sache der Vernunft, man müsste allerdings Egoismus, Geiz, Raffgier und Hass zugunsten von Humanität und Nächstenliebe ächten. „Eine Utopie ist eine  letztlich doch realisierbare Schnapsidee“ schrieb ich 1989.

zu: "Eltern müssen weniger zahlen.", 29.3.2019 S. 1

Wieder wird der Ansatz zu einer richtigen Lösung in der Sozialpolitik durch die Verteilung mit der  Gießkanne, also die Verschwendung von Steuergeldern, entwertet.  Das aufgewendete Geld würde schon mal den Kindergärten guttun.  Außerdem gibt es eine ständig sich vermehrende Anzahl von bedürftigen Bürgern, die eine solche Hilfe dringend benötigten.  Dazu gehören natürlich die Abgeordneten, die solches beschließen, nicht, doch sollten sie davon gehört haben.
Natürlich möchten die, wenn sie schon am Trog sitzen, auch davon profitieren.  Aber das könnte man doch bei den Diäten berücksichtigen.  In anderen Bundesländern, die nicht so reich sind, kann man sich erkundigen, wie man damit umgeht.

Zu: „Klöckner hat Ärger wegen Nestle“ MP 7.6.2019

Sie kapieren es nicht. Es müsste doch längst gehandelt werden. Die Erfolge der Grünen sollten doch wenigstens registriert werden, wenn man schon nicht auf die drängenden Mahnungen von Wissenschaftlern und Fachleuten hören will. Frau Klöckner steht für viele.  Er wimmelt von Zeitgenossen auf allen Ebenen vom Stadtrat bis zum Europaparlament, die nicht hinhören, was da im Volk vorgeht. Man wurstelt weiter, in diesem Fall ganz im Sinn der Lobby, die nicht nur gefühlt, die Stimme des Volkes verdrängt. Da sagt Kevin Kühnert seiner SPD deutlich, wie es langgehen könnte  und da sind die Schüler mit „Friday for future“, die eben sehen , dass es um ihre Zukunft geht und rufen nach Änderung. Und ich wünsche ihnen, dass sie am Ball bleiben und dass sie immer mehr Helfer und Unterstützer finden und endlich gehört werden. Sie verkörpern eine Hoffnung. Wie damals die Studentenbewegung.

Zu: „Gegen größere Tempo 30-Zone…“  Wü ES  19.3.2019  –S. 21

Die sog. Tempo-30-Zone zwischen Senefelder- und Gabelsbergerstraße ist ein Treppenwitz der Ver­kehrsgeschichte, denn er ist absolut unwirksam und sicher in Deutschland einmalig.  Bis der Fahrer reagiert, ist er schon fast am Ende des Abschnitts und dann gibt er wieder Gas.  Eine Tempo-30-Zone hätte für Grombühl nur dann einen Sinn, wenn sie bis zur Einmündung Füchsleinstraße gelten würde.  Dass es zum Ausweichverkehr käme, ist nicht zu erwarten, denn in den Hauptverkehrszeiten fahren die Fahrzeuge kaum schneller als 30 kmh und da ist es sowieso sinnlos auszuweichen, denn schon in Schweinfurterstraße und erst recht  am Berliner Ring würde man seinen Irrtum bemerken.  Und in den Schwachlastzeiten rentiert es sich auch nicht, den Umweg über den Berliner Ring zu benutzen, weil der Zeitverlust unwesentlich  und der Verkehrsfluß nur unwesentlich dichter ist.  Dass in einer Tempo-30 Zone  weniger Schadstoffe nicht nachzuweisen sind wird da behauptet. Das widerspricht der  Physik und jeder Vernunft.

Zu: „OB schaltet sich ein“, am 2.3.2019, S. 9  (Baugelände-Verkauf JuSpi)

Eigentlich ist die Kostenfrage klar. Auch wenn ein Vorkaufsrecht vorliegt, es ist Bauerwartungsland, durch die vorliegenden Planungen dokumentiert. Die Juliusspitalstiftung würde gegen ihre Pflichten verstoßen, wenn sie nicht darauf beharren würde, den tatsächlichen Wert des Grundstücks zu fordern und durchzusetzen. Die staatliche Stiftungsaufsicht wird kein Auge zudrücken können, auch wenn der Freistaat Bayern der Käufer ist.  Wie wir z: B. bei im Vergleich minimalen Werten im Fall der Zimonia-Richter-Stiftung sehen, gibt es selbst bei nicht lösbaren Problemen kein Abweichen von den deutlich gefass­ten Richtlinien.  Im Übrigen wäre es unbillig, von einer sozialen Stiftung etwas zu erwarten, was man keinem Privatmann zumuten würde. Was in die Kassen der Juliusspitalstiftung fließt, kommt der Allgemeinheit zugute.  Wir sehen aber daneben, wie großzügig die Staatsregierung mit den Steuergeldern umgeht und ausgerechnet diese Stiftung will man übervorteilen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

heute sah ich am Kardinal-Faulhaber-Platz ein Plakat, auf dem von der Stadt Würzburg für mehr Grün geworben wird, und auch Beihilfen angeboten werden für Fassaden- und Dachbe­grünung etc. Da fiel es mir wieder ein – es ist schon nahezu 30 Jahre her:

Im Vorfeld der Landesgartenschau 1990 hat man sich Gedanken darüber gemacht, was das Ziel sein soll. Damals habe ich in einem ausführlichen Brief den Vorschlag gemacht, die Stadtbegrünung in den Mittelpunkt zu stellen oder wenigstens im Umfeld des damals noch nicht umrissenen Areals der LGS verschiedene Möglichkeiten, Stadtgrün zu fördern, anzu­bieten., z.B. Straßenrand- Vorgarten-, Hinterhof-, Fassaden- und Dachbegrünung.  Dazu hatte ich angedacht, mit Wettbewerb, Zuschüssen und Unterstützung durch die Stadt Würzburg und die Stadtgärtnerei, die Bevölkerung und vor allem die Hauseigentümer zu animieren, da mit­zumachen.  Damals wurde mein Vorschlag lapidar mit der Begründung abgetan, meine Anre­gungen passten nicht ins Konzept.

Derweil hätte man das in der Nachbarschaft der ersten Gartenschau gut machen können. Es hätte nur gewollt werden müssen.  Eine Gartenschau in einem sowieso schon grünen Gelände war natürlich viel leichter zu installieren, als das Konzept von 2018, wo man einen ganzen Stadtteil sozusagen aus dem Boden stampft. Dort hat man zwar auch an Stadtbegrünung in dem von mir vorgeschlagenen Sinn gedacht, aber doch nur vorwiegend theoretisch.

Nun habe ich bei einem Spaziergang durch Grombühl, wo es in der dichten Bebauung viel mehr als in andren Stadtteilen an Grün mangelt, gesehen, wie sich die Natur selbständig auf den Weg macht und versucht, Stadtbegrünung auf eigene Faust zu versuchen.  Und die Erfolge sind beachtenswert. Während in Gärten und Grünanlagen, damit nicht alles in der Hitze dieses Sommers verdorrt, den „etablierten“ Gewächsen mit Wasser zu Hilfe kommen musste, wo große Flächen längst hin zu braun tendierten, habe ich an kleinen Spalten und Ritzen, an kaum sichtbaren Rissen im Asphalt, an den winzigen Zwischenräumen an Rand­steinen, gemauerten Wänden, Kanaleinfassungen und Rinnsteinen Tausende von winzigen, kleinen, größeren und z. T. schon stattlichen Pflanzen und z.T. auch Blüten gefunden. Ich habe meinen kleinen Fotoapparat geholt und bin noch mal durch Grombühl Ost gelaufen.

80 Bilder habe ich mit nach Hause gebracht. Und ich denke, dass man diese kleine Bilder­schau auch einmal zeigen könnte.  Denn ist es nicht wunderbar, was die Natur von sich aus macht – wie sie sich jede Möglichkeit, Fuß zu fassen, erkämpft – wie sie mit minimalsten Lebensgrundlagen fertig wird: ist das nicht nur beeindruckend, dass sie an den Straßenrän­dern, manchmal sogar in einem Schlagloch leben kann, wo Autoabgase, Öl, Schmutz und Feinstaub herabregnen.  Und dann bringen sie auch noch Blüten zustande, sorgen trotz aller Armut für Nachwuchs, Zeichen eines unabänderlichen, unbändigen Lebenswillens. Wenn auch der Mensch vielleicht seine Lebensgrundlagen zerstört, die Natur wird darüber hinweg

gehen, als sei nichts gewesen. 

Zwei Beispiele im Anschluss des Textes.

Die Ideen waren da, schon vor 30 Jahren. Und in Würzburg dauert es und dauert.

Sie Herr Oberbürgermeister wissen, was das Land braucht.  Um die Zukunft meistern zu können, dürfen nicht immer 30 Jahre und noch länger verstreichen, bis man reagiert.

zu: "Aub gedenkt der Retter von Baldersheim" MP 8.4.19 S. 32

Im März 1945 glaubten nur noch ein paar hirnverbrannte Aktivisten an Hitler und den Sieg. Aber es herrschte panische Angst bei der die durch die Propaganda verhetzten Bevölkerung vor den "Untermenschen" aus Ost und West. Mehr noch aber vor Gestapo und Goldfasanen, die jede Regung erbarmungslos verfolgt haben, die ihnen missfiel, die aber die Hosen voll hatten, weil sie glaubten, die von ihnen verfolgten Menschen würden sich rächen.  Die Spitzen von Partei und Militär wussten schon seit 1942, dass ihnen die Bevölkerung nach und nach entglitt, dass spätestens nach dem Fall von Stalingrad die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr an das glaubte, was ihnen verzapft wurde.  Die "Meldungen aus dem Reich", in denen sich die Obrigkeit über die Stimmung ihrer Untertanen informieren ließ, sprechen da ein deutliche Sprache. Und während  die Nazis ihre Uniformen auszogen, verschwanden oder sich umbrachten, haben nur ein paar Leute, die nicht fähig waren die Realität anzuerkennen,  vernünftige Soldaten und Bürger umgebracht.  Alfred Eck hat eine Heldentat vollbracht und vielleicht auch vielen von denen, die ihn verurteilen oder schmähten, das Leben gerettet. Dass man seiner nicht gebührend gedenkt, ist eine Schande.

zu: „Ausstellung erinnert an Alfred Eck“ – 9.1.2019 MP S. 9 + 28

Wer die Zeit vor der Wende nicht miterlebt hat, kann sich die politische Atmo­sphäre nicht vorstellen. Die sog. Entnazifizierung war gescheitert, das 131er Gesetz brachte die aktiven NS-Würdenträger und Beamten wieder in ihre alten Stellungen, Richter, Lehrkräfte urteilten und lehrten nach alten Gesetzen, Polizei, Geheimdienste und dann auch die neue Wehrmacht, sie kannten einander. Und sie saßen im Bundestag und in der Regierung. Und sie saßen an den Schaltstellen der Wirtschaft.  Die Verfolgten des Naziregimes, Juden, Sozialisten, Kommunisten, Homosexu­elle, sie hatten nichts zu lachen. Willy Brandt und Herbert Wehner (nur ein Beispiel) wurden mit den übelsten Schimpf­worten belegt. Die sog. „Wiedergutmachung“ (als hätte man die Ver­brechen heilen können) war ein Spießrutenlaufen für die Betroffenen. Wenn ich damals Stellung nahm, für Juden, KZler oder Kriegsdienstverweigerer wurde ich als Nestbeschmutzer  beschimpft, bespuckt oder mit dem gängigen Slogan „geh doch nach drüben“ bedacht. An der Talavera übte die SS, in den Kliniken praktizierten Heydrichs Helfer, in den Gerichten wurde nur auf Druck des Auslands ermittelt und für Kriegsverbrecher bat der Bundeskanzler um Gnade, der Gauleiter Hellmuth, erst zum Tode verurteilt, dann begnadigt, bekam Heimkehrer-Entschädigung, die Zwangsarbeiter, die damals überall ausgenutzt wurden, bekamen 60 Jahre da­nach ein Almosen.  Mit Nazivergangenheit ineinem Lebenslauf bekam man leicht  eine Stellung oder einen Karrieresprung.

Dass sich das jetzt anders anfühlt, ist noch keine Gewissheit. Das Eis ist dünn, unter dem sich der Faschismus versteckt. Aufpassen! Stellung nehmen!

 zu: Leserforum "Verhalten der Afd im Landtag..."             MP2.2.19 S. 46

Die ausgewogene Auswahl der Briefe zu diesem Thema wird die AfD freuen. Wird doch einem Opfer des NS-Regimes, Frau Knobloch, für ihre kritischen Worte der Rücken gezeigt. In eleganter Form wird das allgemein gültige Täter-Opfer-Verhältnis umgekehrt, ja, von jenem Herrn Zimmer wird auch gleich die Kriegsschuldfrage in der gleichen Art verdreht und auf das Verhältnis zum Antisemitismus ausgedehnt. Wer vom Leiden der Juden ncht berührt ist und  wen der Holokaust nicht beschämt und traurig macht, dem wird auch unser Grundgesetz und die Menschenrechte egal sein. Der Nationalsozialismus war die tiefste und unmenschlichste Zeit unserer Geschichte. Wir wüssen jeden Versuch, in diesem Sinne zu wirken, mit allen Miteln zurückweisen.

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P+R-Plätze dürfen nicht die letzten Grünflächen in den Stadtteilen verdrängen. Sie müssen draußen vor der Stadt angesiedelt werden.  Das kann nicht nur eine Aufgabe der Stadt Würzburg sein. Die Bürger aus den umliegenden Landkreisen brauchen die Stadt für Arbeitsplätze, Einkauf, Unterhaltung, Freizeit und Kultur,  was es draußen kaum noch gibt. Auf dem Boden der Stadt sind P+R- Anlagen nicht mehr realisierbar, weil günstig gelegene Flächen nicht mehr verfügbar sind. Nur gemeinsame Anstrengungen können Abhilfe schaffen: An allen Einfallstraßen müssen Flächen bereitgestellt werden. Der ÖPNV muss so leistungsfähig sein, dass er die Oberflächenparkplätze der Innenstadt ersetzt. Die Bedienung der P+R-Anlagen im angepassten Taktverkehr sollte schnell, bequem, leicht merkbar und wo immer möglich auf der Schiene erfolgen. Das ist realisierbar, es kommt nur darauf an es zu wollen. Freilich, das wissen wir seit 50 Jahren. Es gab auch Pläne dazu. Der Kampf gegen Windmühlen, geht er weiter? Oder kommt die Verkehrswende? Es wäre höchste Zeit.

Zu: „350 neue Uniklinik-Parkplätze.“ MP 3.5.19 - S. 30

Man sollte es nicht glauben, aber da wird eine Strabalinie bis rauf zur Unikinik verlängert und  dort werden  an der Endstation nur ein paar Stellplätze geplant, wo man viele, sehr viele Besucher mit der attraktiven Straßenbahn zum Umsteigen bewegen könnte.  Die Besucher der Unikliniken hingegen bekommen nicht nur gut erreichbare Parkplätze angeboten, nein, weil es ein paar Meter weg ist, fährt ein Shuttle-Bus vom Parkplatz zur Klinik.

Zur Erinnerung: als die neuen Kliniken gebaut wurden, versprach man hoch und heilig, dass es keine Erhöhung der Bettenzahl, ergo auch keine Mehrung der Parkplätze geben würde und  als die Verlängerung der Straba anstand, war die Erreichbarkeit der Kliniken ein Vorwand.  Und so feiert die Verarschung der Bürger fröhliche Urständ und der Würzburger Norden  kriegt Staub und Dreck. Stadtpolitik vom Feinsten. 

 

zu: „Scholz wirbt für Grundsteuer-Vorschlag“ MP30.11. S. 4

Es ist völlig egal, was bei solchen Reformen herauskommt, in unserm System ist kein Platz für eine wirkliche Lösung, denn: Die einen verdienen damit, die andern zahlen lebenslänglich. Beim Boden handelt es sich in Wirklichkeit nicht um eine Ware, denn niemand produziert ihn, er ist auch seit eh und jeh gleich groß geblieben.  Eigentlich müsste der Boden der Allgemeinheit gehören, die ihn für eine Steuer an diejenigen vergibt, die ihn nutzen wollen. und - er dürfte nicht verkäuflich sein. Nur durch eine solche Maßnahme kann man die ins unermessliche gewachsene Spekulation mit dem für immer mehr Menschen nötigen Raum beenden. Das haben unsere Väter schon vor langer Zeit erkannt. Wie folgenschwer das Problem aber ist, zeigt sich erst jetzt: Raffgier, Konflikte, Kriege, Verfolgung, Ausgrenzung, Feindbilder sind gewachsen, wo nur Respekt, Freundschaft, Toleranz und Friedfertigkeit helfen können. Eine Bodenreform ist überlebenswichtig.

 

Zur neuen großen Koalition.                                       12- 2017

es war ein kleiner Lichtblick, dass Karl-Heinz Spiegel mit seinem kurzen Beitrag wenigstens Einer die großen Bedenken artikuliert hat, die so viele Menschen in diesem Lande bewegen.  Es geht ja um weit mehr als nur um die SPD, es geht um die politische Kultur, um das Vertrauen der Bürger in die parlamentarische Demokratie, von der wir uns immer weiter entfernt haben. Man fühlt sich als Stimmvieh, das nur zu Wahlen gebraucht wird, das Parlament wird von der Wirtschaftslobby beherrscht, die im Grundgesetz versprochene Möglichkeit der Volksabstimmung wird weiter ignoriert. Nach 1945 glaubten wir an Frieden und Gerechtigkeit, jetzt verschieben wir Waffen in alle Welt und eine Klassengesellschaft schließt immer größere Teile der Bevölkerung vom Wohlstand aus, die sehen, dass ihre Volksvertreter mit allen andern einig sind bei den Diätenerhöhungen. Der Rechtsruck ist eine Folge dieser Politik.  Damals führte das zu Hitler.  Das vergesse ich nie.
Und daran sollten auch die Abgeordneten der SPD denken.

Lieber Karl-Heinz Spiegel,

es war ein kleiner Lichtblick, dass mit Deinem kurzen Beitrag wenigstens Einer die großen Bedenken artikuliert wird, die so viele Menschen in diesem Lande bewegen.  Es geht ja um weit mehr als nur um die SPD, es geht um die politische Kultur, um das Vertrauen der Bürger in die parlamentarische Demokratie, von der wir uns immer weiter entfernt haben. Man fühlt sich als Stimmvieh, das nur zu Wahlen gebraucht wird, das Parlament wird von der Wirtschaftslobby beherrscht, die im Grundgesetz versprochene Möglichkeit der Volksabstimmung wird weiter ignoriert. Nach 1945 glaubten wir an Frieden und Gerechtigkeit, jetzt verschieben wir Waffen in alle Welt und eine Klassengesellschaft schließt immer größere Teile der Bevölkerung vom Wohlstand aus, die sehen, dass ihre Volksvertreter mit allen andern einig sind bei den Diätenerhöhungen. Der Rechtsruck ist eine Folge dieser Politik.  Damals führte das zu Hitler.  Das vergesse ich nie.

Leserbrief

Zu: „Maaßen abgelöst und befördert“- VB 19.9.2018 S.1

Was uns Bürgern da geliefert wird, ist schamlos und unverschämt. Was denken die sich denn? Meinen sie, dass wir das lesen und anhaken.  Da wird unser Selbstbewusstsein mir Stiefeln getreten. Es ist nicht zu fassen, dass die SPD, nur um am Trog zu bleiben, der AfD mit Schau­feln Wählerstimmen zutreibt. Es ist nur zu hoffen, dass man nicht vergisst, dass es auch andere Oppositionsparteien gibt.

Zu: „Kreuz-Feuer: Unterfrankens CSU greift Pfarrer Burkard Hose an.“ MP 28.4.18. S. 1

Hier steht die Welt Kopf. Ich sehe es so: Der Gerechte und die Pharisäer. Denn: betrachten wir mal unserer politisch-soziale Landschaft.  Wer zeigt hier christliches Profil ? Wer hat es zu verantworten, dass die Armut wächst, dass Millionen von Menschen mit Mindestlohn oder Rente vegetieren. Wer bereitet Kriege vor mit Aufrüstung, Waffen­export, Einmischung ins Leben anderer Volker, wer lässt es zu, dass Tausende vor der nordafrikanischen Küste jämmerlich ersaufen oder zurückgejagt werden in Krieg und Armut.. Die Liste wäre lang, wollte ich die Defizite in christlicher Nächstenliebe fortführen, die ins Auge fallen.  Die Damen und Herren von der CSU sollten sich einmal anschauen, was Jesus von Nazareth gesagt und gelehrt hat, es steht in der Bibel.  Burkard Hose weiß es und handelt danach.

Zu:  „Familiengeld für Eltern“, MP-12.6.18 S. 1

So gut es für viele Familien ist, es wird dieses Familiengeld halt wieder mit der Gießkanne ausgestreut. Da profitieren auch alle, die es eigentlich nicht brauchen, die sogar im Gelde schwimmen.

Warum versucht man nicht endlich, die weiter klaffende Schere zwischen arm und reich wenigstens ein bisschen zu schließen? Weil alle Entscheidungsträger wie bei allen „sozialen“ Errungenschaften mitprofitieren wollen, nach dem Credo der materialistischen Herrschaft „Enrichissez vous“ – Bereichert Euch? Das passt ja so gut zu den nahezu einstimmigen Erhöhungen der Diäten.  Und zu den ständigen Einschränkungen der persönlichen Freiheit und Rechte.  Und immer mehr Polizei und Militär. Damit tut man der Demokratie Abbruch und heizt Klassengegensätze an. Das gibt keine Zukunftsperspektive.

Liebe Redaktion,

wieder wird der Luftreinhalteplan fortgeschrieben. Alter Quatsch mit falschen Z.ahlen. Ich kann mich nicht mehr damit befassen, habe mir die Finger wundgeschrieben an die verantwortlichen.Kein Echo.  Wenn Ihrs nicht macht wer dann?? Weiter wird die Messstation am Stadtring als Maßstab genommen.  Das bildet nicht die Realität ab. Ist auch nicht der klassische "hotspot" wie er vom Umweltamt  definiert wird.  Zur Illustration nochmal mein Briefwechsel mit Umwerlministerin Scharf etc.. im Anhang.  1. Es gibt stärker belastete Straßen. Für 2017waren  Messungen z.B. auch an der Grombühlstraße vorgesehen. Gibt es da Ergebnisse?

zu: „Trump-Neue Attacke gegen Merkel“ VB S.1 12.7.2018

Zu Trumps Bemerkungen zur Kriegsvorbereitung gegen Russland braucht man nichts weiter sagen.  Interessant ist hingegen die Einlassung von Frau Merkel: „in Afghanistan verteidige man auch die Interessen der USA“.  Schoner kann man es nicht formulieren. Man sagt mal die Wahrheit, vielleicht versehentlich.  Es sind Interessen, die man dort hat.  Man hätte auch sagen können Ressourcen. Um die geht es nämlich. Und nicht nur die in Vorderasien. Und wir täten gut daran, anstatt Russland ständig militärisch zu provozieren, gute Beziehungen anzustreben.

Die USA haben schon immer ihre Interessen in den Vordergrund gestellt und sonst nichts. Hilfe bekam der, der dienlich und folgsam war. Die US-Stützpunkte in aller Welt zeigen das.

Zu: „Spahns Rezept gegen den Pflegenotstand“ MP 2.8.2018 S.4.

„Bezahlt werden soll es überwiegend von der gesetzlichen Krankenversicherung.“  Das Rezept ist bekannt. Nicht die Allgemeinheit soll das vom Gesetzgeber angerichtete Chaos in der Pflege richten, sondern die Krankenversicherung der kleinen Leute. Und da hat man die Zuzahlungen erfunden, dann erhöht, vieles gibt es nicht mehr. Und manches, was unbedingt nötig ist, gibt es nur auf Privatrezept. Aber noch viel höher sind die Beträge, die den Kassen einfach aufgebürdet wurden, die eigentlich Sache des Bundes wären.
Diejenigen aber, die solche Richtungen vorgeben und beschließen, sind natürlich nicht betroffen, sie sind privat versichert. Aber bei den sozialen Segnungen, die mit der Gießkanne ausgeschüttet werden, profitieren sie über Gebühr. Dazu passt der zynische Ausspruch von Francois Guizit: „Enrichissez vous“: (bereichert Euch) -1848.

Zu: Beilage der Zeitung Sa. 17.3.2018

Zum Jubiläum 100 Jahre Freistaat Bayern hat die Münzhandelsgesellschaft Deutsche Münze eine Silberausgabe geschaffen, die sie unter die Bürger bringen will. Sie erinnert: > Bayern ist fortan ein Freistaat. Eine Volksregierung die von dem Vertrauen der Massen getragen wird“  hieß es vor genau hundert Jahren n der Proklamation von Kurt Eisner am 8. November 1918< und wir Würzburger denken dabei auch an Felix Fechenbach, der dabei einen bisher nicht gewürdigten Anteil hatte.

Was aber das Bayerische Hauptmünzamt sich einfallen ließ, diese geschichtliche Wende von der Monarchie zum Freistaat zu dokumentieren ist schwer zu verstehen: Auf der Rückseite stellt sie über den Schriftzug „Freistaat Bayern“ die Königskrone.  Die passt zwar schön in das obere Segment, hat aber hier nichts mehr zu suchen.  Der König und dann auch der Kaiser waren passee und das Volk glaubte an das Neue, die Demokratie. Wir mussten erleben, wie verletzlich sie ist, aber bei allen Problemen, eine Monarchie brauchen wir nicht, auch wenn sich so mancher wie ein König gebärdet

Zu: „Widerstand gegen städtische Pläne“ MP 30.9.2018 – S.23

Wieder das alte Lied. Die Stadtverwaltung will die Fußgängerzone um ein paar Meter erweitern, um die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern und schon stehen sie wieder auf der Matte und Frau Graef bringts auf den Punkt:“Ich liebe mein Würzburg, ich möchte es gern erhalten“.  Ich las es in der letzten Woche schon zweimal. Würzburg stirbt, wenn man nicht reinfahren kann.  Und Würzburg wäre schon zehnmal gestorben, wenn Sie Recht hätten. Schon beim ersten Stück Fußgängerzone wurde mit schrecklichsten Farben der Ruin der Geschäftswelt an die Wand gemalt. Man glaubte sogar Parkscheine ersetzen zu müssen, damit die Kunden weiter kommen. Fragen sie mal unsere Stadtkasse, ob es jemals abwärts ging. Nach jeder Erweiterung der Fußgängerzone wurde die Stadt attraktiver. Und wenn ein Umsatzrückgang beklagt wird, dann sicher eher wegen der Konkurrenz im Internet.

Die Stadt stirbt nicht: Umge­kehrt wird’s sein. Die Stadt wächst.   Die Dörfer draußen sind auf die Stadt angewiesen, zum Einkauf, Kultur, Freizeitgestaltung, Gesundheit und Gastronomie. Die Versorgung damit müsste den Landkreisgemeinden etwas wert sein.  Der Ballungsraum wird immer dichter, der Individualverkehr würde die Stadt ersticken. Die Würzburger, die immer mehr unter Fein­staub, Lärm und Abgasen leiden, denen aber auch die Bewegungsfrei­heit genommen wird, wollen wieder eine lebens- und liebenswerte Stadt. Nur mit einem gut funktionierenden ÖPNV ist das zu schaffen.  Die Gemeinden im Landkreis müssen mit dafür sorgen, dass ihre Bürger versorgt werden.   Dazu braucht man einen Taktverkehr, Ein- und Umsteigeplätze, P+R Stationen mit zumutbaren Fußwegen und Preisen.  Das kann die Stadt nicht allein schaf­fen.  Das wird kommen, es gibt keinen Ausweg. Je länger man wartet, desto

Zu: LB – „Zukunftsaussichten“ MP 10.8.  Leserforum S. 31

Leserbriefe wie dieser erscheinen mit gleichen Worten: Man will zu einem bestimm­ten Punkt in der Stadt, natürlich mit dem eigenen Auto -  (hier die Hauptpost) und wenn man das nicht kann, stirbt die Stadt aus.  Sie haben alle ein Auto, daneben gute ÜPNV-Angebote.
Umge­kehrt wird’s sein. Die Stadt wächst.   Die Dörfer draußen sind auf die Stadt angewiesen, zum Einkauf, Kultur, Freizeitgestaltung, Gesundheit und Gastronomie. Die Versorgung damit müsste den Landkreisgemeinden etwas wert sein.  Der Ballungsraum wird immer dichter, der Individualverkehr würde die Stadt ersticken. Die Würzburger, die immer mehr unter Fein­staub, Lärm und Abgasen leiden, denen aber auch die Bewegungsfreiheit genommen wird, wollen wieder eine lebens- und liebenswerte Stadt. Nur mit einem gut funktionierenden ÖPNV ist das zu schaffen.  Die Gemeinden im Landkreis müssen mit dafür sorgen, dass ihre Bürger versorgt werden.   Dazu braucht man einen Taktverkehr, Ein- und Umsteigeplätze, P+R Stationen mit zumutbaren Fußwegen und Preisen.  Das kann die Stadt nicht allein schaf­fen.  Das wird kommen, es gibt keinen Ausweg. Je länger man wartet, desto teurer wird es.

Das stinkt mir gewaltig. 

Zu: „Widerstand gegen städtische Pläne“ MP 30.9.2018 – S.23

Wieder das alte Lied. Die Stadtverwaltung will die Fußgängerzone um ein paar Meter erweitern, um die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern und schon stehen sie wieder auf der Matte und Frau Graef bringts auf den Punkt:“Ich liebe mein Würzburg, ich möchte es gern erhalten“.  Ich las es in der letzten Woche schon zweimal. Würzburg stirbt, wenn man nicht reinfahren kann.  Und Würzburg wäre schon zehnmal gestorben, wenn Sie Recht hätten. Schon beim ersten Stück Fußgängerzone wurde mit schrecklichsten Farben der Ruin der Geschäftswelt an die Wand gemalt. Man glaubte sogar Parkscheine ersetzen zu müssen, damit die Kunden weiter kommen. Fragen sie mal unsere Stadtkasse, ob es jemals abwärts ging. Nach jeder Erweiterung der Fußgängerzone wurde die Stadt attraktiver. Und wenn ein Umsatzrückgang beklagt wird, dann sicher eher wegen der Konkurrenz im Internet.

Die Stadt stirbt nicht: Umge­kehrt wird’s sein. Die Stadt wächst.   Die Dörfer draußen sind auf die Stadt angewiesen, zum Einkauf, Kultur, Freizeitgestaltung, Gesundheit und Gastronomie. Die Versorgung damit müsste den Landkreisgemeinden etwas wert sein.  Der Ballungsraum wird immer dichter, der Individualverkehr würde die Stadt ersticken. Die Würzburger, die immer mehr unter Fein­staub, Lärm und Abgasen leiden, denen aber auch die Bewegungsfrei­heit genommen wird, wollen wieder eine lebens- und liebenswerte Stadt. Nur mit einem gut funktionierenden ÖPNV ist das zu schaffen.  Die Gemeinden im Landkreis müssen mit dafür sorgen, dass ihre Bürger versorgt werden.   Dazu braucht man einen Taktverkehr, Ein- und Umsteigeplätze, P+R Stationen mit zumutbaren Fußwegen und Preisen.  Das kann die Stadt nicht allein schaf­fen.  Das wird kommen, es gibt keinen Ausweg. Je länger man wartet, desto teurer wird es

Am Bruderhof wird bei einer Erweiterung der Fußgängerzone bestimmt mehr los sein als heute, da wird man gerne hingehen, denn man lässt sich Zeit, fährt mit Straba oder Bus

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, Kollegen und Mitstreiter,

 seit vielen Jahren, inzwischen Jahrzehnten,  versuche ich, inzwischen verzweifelt, gegen die unablässig fortschreitende Luftverschmutzung und ihre Ursachen anzuprangern. Dann und wann kommt auch etwas in der Öffentlichkeit an, aber nie werden Konsequenzen gezogen.  Mittlerweile erstickt unser Würzburg im Verkehr, inzwischen werden letzte freie Flächen  und  Luftschneisen bebaut. Noch immer wird die „Autogerechte Stadt“ verwirklicht, die Aufenthaltsqualität vermindert, anstatt den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.  Ich bin jetzt 87 und möchte zwar auch noch ein paar Jahre, wenns geht, hier leben, aber die jungen Leute, was steht denen bevor.  Deshalb im Anhang mein Leserbrief von 2005 und die meist vergeblichen von diesem Jahr – zu diesem Thema.

 

Zu: „Ein Apfel fällt nicht weit vom Stamm“  MP 12.10.18 S. 33


Ein schönes Bild. Und es sagt so viel. Aber es wurde nicht richtig interpretiert. Man sieht zunächst: Die Äpfel fielen auch weit weg vom Stamm.  Und es ist beileibe keine Apfelernte die da zu sehen ist.  Es ist ein Bild, das man überall, besonders in diesem Sommer, wo es Obst

in Massen gibt und trotzdem einen guten Preis im Laden erzielt, sehen kann.  Da verreckt tonnenweise ausgezeichnetes Lebensmittel auf den Feldern.  Da wird nur ausgezeichnete Ware vermarktet. In den Läden findet man massenhaft Importware. In den Abfallcontainern wird nach Feierabend  beste Qualität vernichtet. Früher hieß es: Eigentum verpflichtet. Das ist längst vorbei. Der Erzeuger, der Händler und der Verkäufer pochen auf ihr Recht: Man darf das nicht auflesen, nicht aus den Containern holen (inzwischen sind die mit Schlössern versehen). In anderen Ländern ist man nicht so rigoros. Trotz allen Überflusses gibt es in unserm Land immer mehr Menschen, die leere Flaschen und Plastik sammeln. 

Es immer mehr nicht zu vereinbaren mit unserm Grundgesetz, mit Vernunft und Mensch­lichkeit und dem, was von unsern christlich geprägten Verhalten übrig blieb.

Ein schönes Bild, richtig ist: Armin Martin hat es bei Helmstadt aufgenommen.

zu: „Trump-Neue Attacke gegen Merkel“ VB S.1 12.7.2018

Zu Trumps Bemerkungen zur Kriegsvorbereitung gegen Russland braucht man nichts weiter sagen.  Interessant ist hingegen die Einlassung von Frau Merkel: „in Afghanistan verteidige man auch die Interessen der USA“.  Schoner kann man es nicht formulieren. Man sagt mal die Wahrheit, vielleicht versehentlich.  Es sind Interessen, die man dort hat.  Man hätte auch sagen können Ressourcen. Um die geht es nämlich. Und nicht nur die in Vorderasien. Und wir täten gut daran, anstatt Russland ständig militärisch zu provozieren, gute Beziehungen anzustreben.

Die USA haben schon immer ihre Interessen in den Vordergrund gestellt und sonst nichts. Hilfe bekam der, der dienlich und folgsam war. Die US-Stützpunkte in aller Welt zeigen das.

Zu: „Willkommen im Blabla-land“  9.9.2017 - VB S. 1

Herzlicher Dank gilt dem Titelseiten-Schmuck von Main-Post und Volksblatt.

Die Kolumne von Scheuring ist nicht nur ein Blickfang auf der ersten Seite.  Ich warte ja schon darauf, was er uns wieder aufs Butterbrot schmiert.  Diesmal kommt er zwar lustig daher, aber selten erwischt er mich so total, denn das ist gar nicht zum Lachen.  Die Verhun­zung unserer doch so schönen deutschen Sprache schreitet mit riesigen Schritten voran. Nicht jedes dieser Ausdeutschungen ist unberechtigt, denn wo es um bisher nicht bekannte oder gebräuchliche Worte geht, kann man die internationale Bezeichnung eindeutschen. Es geht um die grotesken Wortschöpfungen, die schöne deutsche Ausdrücke regelrecht auslöschen sollen. Dass man sich für unser gutes Deutsch einsetzt, sollte besonders auch der Presse ein Anliegen sein. Aber es gab ja auch einmal einen wunderbaren Würzburger Dialekt und weil viel davon verloren gegangen ist, habe ich in den letzten 20 Jahren alles aufgeschrieben, was mir aus meiner Jugendzeit an Vokabeln und Redensarten noch erinnerlich ist. 65 Seiten sind so zusammen gekommen.  Wenn schon die Hochsprache versaut wird, soll wenigstens unser Dialekt überdauern.

Zu: „Parkplätze statt Fußgängerzone“ am 19.7.18 MP-S. 25

Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen die Fußgängerzone zu erweitern, mit 8 : 7 Stimmen wird das vom Umwelt-und Planungsausschuss abgelehnt.  Der Bürgerschaft wurde versprochen, bei der Stadtgestaltung und -planung mitreden zu dürfen.  Es gibt Gesprächsrunden für eine humane Verkehrspolitik, in einem Bürgerbegehren haben die Bürger mit klarer Mehrheit entschieden.  Das interessiert diese knappe Mehrheit nicht. Ihr Votum ist eine Kampfansage für Abgase, Lärm und Gestank gegen Aufenthaltsqualität, Stadtgrün und Ruhe. Die meisten Bürger wissen: die autogerechte Stadt war eine falsche Entwicklung.
Das Bild vom Bruderhof sagt alles. Man stelle sich nur vor, dort herrscht kein Verkehrschaos, dort flanieren Menschen, Kinder spielen unter Bäumen, man sieht  Kinderwagen, Radfahrer, Rollatoren. Wäre das nicht schön. 
Das Votum war eine Kampfansage. Müssen also wir Bürger wegen jeder Verbesserung des Stadtbilds oder des Verkehrs ein Bürgerbegehren starten?  Zumindest bis zur nächsten Wahl? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das breite Bündnis und die engagierten Bürger diese Entscheidung einfach hinnehmen. Ich bin wieder dabei. Für eine menschengerechte Stadt.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Schuchardt,

nach dem "kostenlosen" ÖPNV beim Stadtfest habe ich einen Brief an einen Herrn geschrieben, der danach von einem großen Erfolg  sprach.  Es war bestimmt kein Erfolg für die WSB und für ihre Kunden.  Und ob es auch ein Erfolg für die Geschäftswelt war, bezweifle ich ebenso. Und nun soll das nochmal passieren.  Ich halte das für Geldverschwendung und auch in der Sache für wenig sinnvoll, denn wer umsonst fahren darf, wird deshalb noch lange nicht umsteigen.

Deshalb mein Brief von damals auch an Sie:

Da wurde nach dem Stadtfest über den "Erfolg" gesprochen, dass beim
Stadtfest der ÖPNV kostenlos gewesen war.  Diese Einschätzung kann ich
nicht teilen.  Es hat verschiedene Sichtweisen gegeben. Man las es in
der Presse:  Wenn es im nächsten Jahr wieder umsonst ist, lasse ich
mein  Auto wieder in der Garage. O.K.  Dann macht den ÖPNV doch
kostenlos. Aber dann braucht man auch die entsprechende Infrastruktur.
Ich habe es so erlebt. Weil ich auf den ÖPNV angewiesen bin, musste ich
am Samstag in die Stadtbücherei, denn dort habe ich in  "Lange Nacht
der Demokratie"  aus meinem Buch gelesen.  Es war eine Tortur reinzukommen.
Wir beide mit Rollator wäre nicht möglich gewesen. Also musste meine Frau zu
Hause bleiben. Als ich nach der Lesung um 20 Uhr wieder nach Hause wollte,
mussten mir zwei Menschen den Weg zur Straba bahnen. Und dann lange warten,
weil ich sie deshalb verpasst habe.

Nie wieder werde ich an den Tagen des Stadtfestes (oder an kostenlosen Tagen)
die Innenstadt frequentieren. Für Behimderte, Kinderwagen etc. ist bei diesem
Angebot kaum Platz.

Fazit: Wenn man schon den Bürgern das Angebot macht, umsonst mit dem
ÖPNV zu fahren, muss man auch im Stande sein, den nötigen Fuhrpark dazu
auch anbieten zu können. Diesmal wurde es auf dem Rücken der zahlenden
Fahrgäste durchgeführt.  Die WSB macht Sonderaktionen, bringt viel auf
sozialem Gebiet bei, ist als Sozialeinrichtung unentbehrlich, aber es
trifft die Kleinen Leute, die Jahr für Jahr mehr dafür zahlen müssen,
während die Parkgebühren auf minimaler Höhe bleiben. Es ist wohl so, wie
auch in den höheren Gremien: Was denen, die darüber abstimmen nutzt,
wird beschlossen.  In der Straba sieht man nur selten einen. Und deshalb
werden ja auch die Milliarden, die im Lande zu vergeben sind so gestreut,
dass alle davon was haben, auch wenn sie es nicht nötig
hätten.  Wasser auf die Mühlen der andern.

Das mal aus meinem Blickwinkel.

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen zum Advent

Exzellenz, sehr verehrter Herr Dr. Franz Jung,

schon die ersten Nachrichten und Berichte nach der wahl zum Bischof von Würzburg haben erwarten lassen, dass wir posutive Überraschungen erleben könnten.  Das hat sich nun in Freude verwandelt.  Denn Ihr Schritt, die evangelischen Ehepartner zum Abendmahl einzuladen, ist nicht nur eine Geste in Richtung einer Annäherung der Kirchen, was natürlich auch zu wünschen war.  Ich empfinde es als ein Zeichen, dass Sie die Botschaft Christi vor und über das, was in zwei Jahrtausenden entstanden ist, stellen.  Wenn ich betrachte, was in aller Welt und im besonderen auch hier bei uns geschieht, und oft auch mit dem Namen "christlich" versehen wird, könnte man verzweifeln.

Sie haben ein erstes Zeichen gesetzt.  Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich.  Ich wünsche Ihnen auf ihrem Weg Mut und Entschlossenheit, vor allem aber, dass viele Menschen Ihren Weg mitgehen und dabei helfen.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsiden, Lieber Herr Dr. Beinhofer,

wohl wissend, dass Sie einen riesigen Verantwortungsbereich haben und sich nicht um alles kümmern können, fühle ich mich drängend gefordert, wegen der Rodungen in dem wunder-schönen und wertvollen Wald bei Thüngersheim bei Ihnen vorstellig zu werden.  Fast 60 Jahre war ich im Vorstand der Naturfreunde tätig und dabei war uns das Gebiet rechts des Mains zwischen Würzburg und Retzbach in der Arbeitsgemeinschaft der Würzburger Wan­dervereine zur Betreuung zugeteilt.  Dort haben wir nicht nur die Wanderwege gepflegt, z. T. neu trassiert und markiert, wir haben auch die Vorkommen unserer Tier- und Pflanzenwelt beobachtet und geschützt.  Dass sich der Steinbruch immer weiter in diesen Wald hineinfraß, haben wir zähneknirschend akzeptiert..  Aber dass jetzt, in dieser Zeit, in der ich den Schutz der Natur und die Sicherung der Lebensgrundlagen vernünftig gesichert glaubte, ein derart rücksichtsloser Eingriff erlaubt wird, macht mich fassungslos.


Da werden vom BN schon, sobald das Geschehen dort draußen bekannt wird, die einschlägi­gen Behörden informiert, und die entscheidende Frage gestellt: ob die Fa. Benkert neben der veralteten Genehmigung auch eine Ausnahmegenehmigung nach § 45 Bundesnaturschutzge­setz besitzt.  Das war offenbar nicht der Fall.  Daraufhin hätte, um weiteren Schaden abzu­wenden, unbedingt zumindest bis zur Klärung der Sachlage, die Rodung gestoppt werden müssen. Das ist unterblieben, die Rodung ging weiter.  Es wurde auf den Protest der Bürger  und des BN, kurz gestoppt und ein fauler Kompromiss geschlossen. Die Harvester wüten weiter. Die Fa. Benkert lässt vorläufig ca. 40% der zur Rodung vorgesehenen Fläche stehen. Und wenn sich nach den gemütlich veranstalteten Recherchen festgestellt wird, dass es keine Genehmigung hätte geben dürfen , was dann? Klebt dann jemand die Bäume wieder zusam­men, erweckt man die getöteten, streng geschützten Tiere wieder zum Leben?  Wer über­nimmt dafür die Verantwortung?   Ich meine, bei Gefahr in Verzug ist in allen Fällen des täg­lichen Lebens die Reißleine zu ziehen.  Wer das unterlässt, leistet ggf. dem Unrecht Vorschub.


Ich habe erlebt, was die Missachtung der Bürger damals, Ende der 20er Jahre für Folgen nach sich zog. Da versagten die Volksparteien. Das hätte ein Menetekel sein müssen auch für unse­re Zeit.  Die Bayernwahl stellt schon die Frage – die Antwort müssen Politik und Verwaltung geben.

Lieber Herr Beinhofer, geben Sie mir Pardon, dass ich Sie aufgehalten habe.  Ich konnte mir nicht anders helfen, wen hätte ich denn anrufen sollen, die zuständigen Amtsträger sind ja alle mit der Prüfung der Sachlage sicher so lange  beschäftigt bis auch der letzte Baum gerodet ist.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

heute sah ich am Kardinal-Faulhaber-Platz ein Plakat, auf dem von der Stadt Würzburg für mehr Grün geworben wird, und auch Beihilfen angeboten werden für Fassaden- und Dachbe­grünung etc. Da fiel es mir wieder ein – es ist schon nahezu 30 Jahre her:

Im Vorfeld der Landesgartenschau 1990 hat man sich Gedanken darüber gemacht, was das Ziel sein soll. Damals habe ich in einem ausführlichen Brief den Vorschlag gemacht, die Stadt­­begrünung in den Mittelpunkt zu stellen oder wenigstens im Umfeld des damals noch nicht umrissenen Areals der LGS verschiedene Möglichkeiten, Stadtgrün zu fördern, anzu­bieten., z.B. Straßenrand- Vorgarten-, Hinterhof-, Fassaden- und Dachbegrünung.  Dazu hatte ich angedacht, mit Wettbewerb, Zuschüssen und Unterstützung durch die Stadt Würzburg und die Stadtgärtnerei, die Bevölkerung und vor allem die Hauseigentümer zu animieren, da mit­zumachen.  Damals wurde mein Vorschlag lapidar mit der Begründung abgetan, meine Anre­gungen passten nicht ins Konzept.

Derweil hätte man das in der Nachbarschaft der ersten Gartenschau gut machen können. Es hätte nur gewollt werden müssen.  Eine Gartenschau in einem sowieso schon grünen Gelände war natürlich viel leichter zu installieren, als das Konzept von 2018, wo man einen ganzen Stadtteil sozusagen aus dem Boden stampft. Dort hat man zwar auch an Stadtbegrünung in dem von mir vorgeschlagenen Sinn gedacht, aber doch nur vorwiegend theoretisch.

Nun habe ich bei einem Spaziergang durch Grombühl, wo es in der dichten Bebauung viel mehr als in andren Stadtteilen an Grün mangelt, gesehen, wie sich die Natur selbständig auf den Weg macht und versucht, Stadtbegrünung auf eigene Faust zu versuchen.  Und die Erfolge sind beachtenswert. Während in Gärten und Grünanlagen, damit nicht alles in der Hitze dieses Sommers verdorrt, den „etablierten“ Gewächsen mit Wasser zu Hilfe kommen musste, wo große Flächen längst hin zu braun tendierten, habe ich an kleinen Spalten und Ritzen, an kaum sichtbaren Rissen im Asphalt, an den winzigen Zwischenräumen an Rand­steinen, gemauerten Wänden, Kanaleinfassungen und Rinnsteinen Tausende von winzigen, kleinen, größeren und z. T. schon stattlichen Pflanzen und z.T. auch Blüten gefunden. Ich habe meinen kleinen Fotoapparat geholt und bin noch mal durch Grombühl Ost gelaufen.

80 Bilder habe ich mit nach Hause gebracht. Und ich denke, dass man diese kleine Bilder­schau auch einmal zeigen könnte.  Denn ist es nicht wunderbar, was die Natur von sich aus macht – wie sie sich jede Möglichkeit, Fuß zu fassen, erkämpft – wie sie mit minimalsten Lebensgrundlagen fertig wird: ist das nicht nur beeindruckend, dass sie an den Straßenrän­dern, manchmal sogar in einem Schlagloch leben kann, wo Autoabgase, Öl, Schmutz und Feinstaub herabregnen.  Und dann bringen sie auch noch Blüten zustande, sorgen trotz aller Armut für Nachwuchs, Zeichen eines unabänderlichen, unbändigen Lebenswillens. Wenn auch der Mensch vielleicht seine Lebensgrundlagen zerstört, die Natur wird darüber hinweggehen, als sei nichts gewesen. 

Zwei Beispiele im Anschluss des Textes

Die Ideen waren da, schon vor 30 Jahren. Und in Würzburg dauert es und dauert.  Sie Herr Oberbürgermeister wissen, was das Land braucht.  Um die Zukunft meistern zu können, dürfen nicht immer 30 Jahre und noch länger verstreichen, bis man reagiert.

Mit freundlichen Grüßen

zu: „Beim Bürgerentscheid: Jeder Baum zählt“  VB7MP am 26.5.2017 S. 2

Zunächst: Danke für die Gegenüberstellung der Plakate.  Es sind nur Plakate, doch sagen sie trotz­dem viel aus. Erinnern wir uns: Der Stadtrat wollte einen attraktiven Ankerbau; der BI warf man vor, „den Individualverkehr völlig aus der Innenstadt zu vertreiben, die Bushaltestelle zu verlegen, auch Taxistand und Würstelbude“ zu entfernen. Beim Bürgerbegehren gibt es Haltestelle und Würst­chen, an der Theaterstraße ist Raum für eine Haltestelle, die auch für den Bedarf der Straba­Linie ausge­wei­tet werden kann, Bäume, die hier wachsen werden, können so groß werden, dass sie den Verlust der Baumriesen, die vor dem Theater gefällt werden sollen, im Lauf der Zeit ausglei­chen. Wie sieht das beim Ratsbegehren aus: Es gibt eine Bebauung mit Gastronomie auf dem Platz, es gibt keine Würstelbude, keinen Taxistand, keine Straba- und Bushaltestelle, nicht einmal einen Gehsteig an der Straße, denn da plant das Ratsbegehren 7 Bäume  Eine Haltestelle ist auf den begrün­ten !! Schienen angezeigt. Auf die genaue Anzahl der Bäume kommt’s nicht an, wichtig wäre, dass genügend Blatt­werk entsteht, das an dieser hochbelasteten Straßenkreuzung in einer immer stärker aufgeheiz­ten Innen­stadt seine notwendige Filter- und Kühlfunktion entfalten kann. Da es aber für den Rats-Vorschlag noch keinen Beschluss gibt, weiß niemand, was vom Stadtrat wirklich beschlossen wird.  Beim Bürgerbegehren weiß man es: Einen grünen Platz vor dem Theater, keine Bebauung und keine Tiefgarage an dieser Stelle

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Schuchardt,

 

diesmal komme ich wieder mit einer Bitte an Sie.

Während der Ausstellung der Geschichtswerkstatt im März habe ich Ihnen er­zählt von Vitus Heller als einem interessanten Würzburger, der inzwischen völlig vergessen ist.  Ermuntert durch den Erfolg, der durch die Gründung des Felix-Fechenbach- Kreises durch mich bis zur Benennung des Stadtteilzentrums Grombühl in Felix-Fechenbach-Haus erzielt wurde, habe ich mir das Leben von Vitus Heller angeschaut und bin überzeugt, dass er, auch wenn sein Wirken nicht von Erfolg gekrönt war, wenn auch seine Mittel nicht ausreichten, aber sein Wollen, sein unbeirrtes Urchristentum und sein großer Glaube an Gerech­tigkeit und Frieden wert sind, an ihn und seine Vision zu erinnern.

Deshalb bitte ich Sie darum, dem Stadtrat vorzuschlagen, Vitus Heller mit einer Straßenbenennung zu ehren.

Damit Sie mehr über diesen Menschen erfahren, legen ich Ihnen das Buch, das ich eigentlich nennen wollte: „Ein Bauernbub wollte die Welt verändern“ bei.

Was ich da zusammen getragen habe, sind seine von ihm geschrieben Erinne­rungen, meine Recherchen aus Presse und Archiven und meine kursiv gestell­ten Kommentare.

Nun hoffe ich, dass Sie, vielleicht in der Sommerpause, Zeit finden, sich damit zu beschäftigen und würde mich freuen, von Ihnen zu hören, bzw. mir, wie auch immer, zu antworten. 

An die Main-Post

Liebe Freunde der Redaktion,

ich hab mal nachgeschaut.  Damals hatten wir noch viel mehr Platz für Würzburg in unserer Zeitung. Inzwischen gibt’s unendlich viel, was man auch im Fernsehen geschaut hat und was so unsere Mediengrößen treiben und Unfälle und Untaten. Und damals hat man Leserbriefe abgedruckt, ich habs mal nachgezählt 135, 105, 164 Zeilen usw. Da konnte man wirklich rüberbringen, was man meinte. Ich habe den Verkehrsentwicklungsplan studiert, bin seit Anfang der 80er Jahre an diesem Thema, angespornt durch die Verkehrsverhältnisse an der Nordtangente und in Grombühl insgesamt. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich mal meine Leserbriefe von diesem Jahr anschauen.  Das war auch kein Larifari.

 

Es wäre schön, wenn Würzburg wieder der Mittelpunkt ihrer Berichterstattung wäre und nicht so Zeug wie Hönes, Petry oder wer grad Würmer oder Scheiße frisst. Ihr könntet Euch absetzen von dem Schmarrn, das die Bildmedien bieten.


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Und von früher - man siehr, die Probleme bleiben oder vergrößern sich

 

„Mehr Platz für den Ringpark“  S. 21 1.April 2016

 

Ein Aprilscherz, dachte ich zunächst, als ich die ersten Zeilen las. Dann aber kamen so vernünftige Vorschläge, die aufhorchen lassen. Und ich schaute in meinen Leserbriefen des vorigen Jahrhunderts nach. Unzählige habe ich seitdem zu diesem Thema geschrieben.  Und da steht das alles drin. Aber so lange die „Autogerechte Stadt“ noch das Ziel ist, hat auch das Nachdenken keinen Wert. Ein paar Titel: MP 3.12.95 „Priorität für den ÖPNV“, 8,.9.96: „Strabatrasse auch für Busverkehr“, 6-92: „Gemeinsame Konzepte“, 6.12.2000: „Falsche Prognosen“, 6.3.91 „Auf dem richtigen Weg“, 7.2.98 : „Empfehlungen aus dem Weg gegangen.“ VB 25.8.90: „Belastung der Nordtangente wird unerträglich“:  Da steht’s drin und noch mehr.  Aber reden und schreiben hilft nichts.  Es muss gehandelt werden.  Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ob ich’s noch erlebe? Wichtig ist, dass man die Menschengerechte Stadt verwirklicht.

 

 

Bürger wollen weg von Autostädten” am Dienstag, 31.3.2015 im VB – S. 1

 

Ich traute meinen Augen nicht, als ich den Titel las: In Würzburg, der Autostadt traut man sich das zu veröffentlichen.  “82 % wollen nicht mehr in Auto-zentrierten Städten leben.”  Das sollten mal unsere Räte und Stadtplaner lesen.  Wenn man sich nach diesen Bürgern gerichtet hätte, dann brauchte man nicht mehr über ein Überdach über dem Glaskasten zu reden, die Kulturachse könnte frei sein für die Bürger und Gäste, der Kardinal Faulhaberplatz wäre ein Park mit Blumen und Bänken, die Ex-Mozartschule ein Eldorado der Stadtkultur,, die Düfte aus Cafe’s und Gaststätten vertrieben den Auspuffgestank und der ÖPNV wäre wieder pünktlich, kein Stau mehr und keine Verspätung,  es wäre wieder ein Genuss, durch die Straßen zu flanieren und einzukaufen, vor den Bistros, Eisdielen und Biergärten auszuruhen, einen Schoppen oder ein Bierchen zu schnutzeln, diese schöne Stadt zu genießen. Es wäre schön....

 

Ja, da kann man ins Schwärmen kommen, schon bei dem Gedanken: 82 % sind es jetzt.  Es müssen wohl 95 % werden, dass man in Würzburg aufwacht.

 

 

 

 

Alltag in Grombühl", vom 30. Juli 2005:
Na endlich wird wieder mal wahrgenommen, weswegen ich seit Jahren rede und schreibe und niemand hört zu. Und Pfarrer Treutlein und Pfarrer Roth, die Grombühler Runde, die auf einsamen Vorposten gegen Windmühlen kämpfende Patricia Schweikert versuchen zu
retten, was zu retten ist. Versprochen wurde schon vieles. Seit Januar 2002 liegen die von mir für die Grombühler Runde eingebrachten und in die Schubladen - oder den Reißwolf – verbann­ten Anträge vor, die ein wenig Erleichterung bringen könnten.
Immer wieder habe ich davor gewarnt, den Stadtteil zu einem Senioren- und Studentengetto verkommen zu lassen, die sozialen Aspekte und die Drogenszene sorgsam zu beobachten.
Nun soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Die hat aber nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn man nicht Schadensbegrenzung verfolgt, sondern die Ursachen anpackt: die Verkehrs­belastung, die Bebauung der letzten Grünflächen, den seit 15 Jahren versprochenen Verkehrs-
plan, die Nordtangente, die zwischen Ständerbühl und Greinbergknoten entlang der Bahn geführt und eingehaust werden müsste. Anstatt etwas Luft zu schaffen, sind weitere erheb­liche Verkehrsbelastungen zu erwarten: Mit der Schließung des Zinklesweges wird der Verkehr ziellos in die Straßen gepumpt. Für die geplanten "Arcaden" wurden ca. 6000 Fahr-
zeuge zusätzlich auf der Nordtangente prognostiziert. Die Parkplätze der Unikliniken erstrecken sich jetzt schon bis ins Herz von Grombühl.
In der Grombühl-/Auverastraße wurden im Luftschadensbericht 2000 rekordverdächtige 240 Prozent des Grenzwertes in der Rußbelastung gemessen. Die neuen Klinikbauten schneiden Grombühl ab von der Frischluftschneise aus dem Pleichachtal. Das ist nicht nebenbei zu lösen, höchstens zu verdrängen. Fangt endlich an. Es ist nicht kurz vor zwölf.
Es ist Mitternacht.

 

 Die Schonfrist war schon vor 15 Jahren vorbei.

 

Dass Würzburg nicht ganz an der Spitze der bayerischen Kommunen in der Schadstoffbelastung steht, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass man die am schwersten belasteten Straßenzüge, Stadtring Nord / Grombühlstaße, Schweinfurterstraße, und Theaterstraße nicht mit einbezieht.   Dabei werden Abstand zur Bebauung und mittlere Bebauungshöhe gegenüber dem Stadtring Süd noch erschwerend hinzukommen.  Schon im Luftschadensbericht 2000 heißt es z.B.„Die Konzentrationswerte für Benzol, Russ und Stickstoffdioxid werden auf dem Stadtring Nord, Abschnitt Auvera/Grombühlstraße deutlich überschritten.  An diesem Streckenabschnitt wurde auch eine Überschreitung des Jahresmittels  von Stickstoffdioxid ....festgestellt. Ebenso eine Überschreitung bei Feinstaub. -  Es ist natürlich einfach den Problemen aus dem Weg zu gehen, indem man dort nicht misst.  Man kann dann auch munter an der Schweinfurterstraße und  im Bahngelände weiter mit verkehrsträchtigen Projekten auf Teufel-komm-raus verdichten.. Was an Mehrbelastungen für die Grombühler seit der Messung 2000 dazugekommen ist, kann jeder sehen, der sich die Erweiterung der Unikliniken, die Bebauung an der Schweinfurterstraße und den Verkehr auf diesen Straßen anschaut.  Dazu schieb mir 2005 Herr Kleiner u.a.: „Nachdem die Feinstaubbelastungen in anderen Städten Bayerns aber wesentlich kritischer zu beurteilen sind als in Würzburg, ist es zumindest aktuell relativ unwahrscheinlich, dass weitere Messstellen für die Stadt Würzburg zur Verfügung gestellt werden.“  Viel habe ich versucht, schöne Briefe habe ich bekommen. Man war sich einig, dass der Stadtring Nord eigentlich verlegt werden müsse, weil dort zu leben eigentlich unzumutbar ist, dass es keinen zusätzlichen Verkehr gibt, aber jeder qcm freies Gelände wird genutzt, bebaut, verdichtet.  Wer denkt an die Menschen, es sind unsere Mitbürger.

 

Würzburg und seine Radwege – ein Jahrhundertprojekt? Die Löwenbrücke ist ein Bruchteil davon.

Manfred Dürr und Wilhelm Volkmuth haben zu dem nicht ernst zu nehmenden Vorhaben ausreichend Vorschläge gemacht, wie man so was etwas billiger macht. Das wäre ein kleiner Fortschritt.  Die Lösung aber liegt auf der Hand: Tempo 30 im ganzen Stadtgebiet.  Dann können die Radfahrer die Straße benutzen, ggf. wäre auf dem Randstreifen mit Piktogramm deutlich zu machen, dass auch mit Radfahrern zu rechnen ist. Das wäre für ein friedliches Miteinander sehr förderlich.

 

Bei Tempo 30 ist das allen Verkehrsteilnehmern zumutbar. Eine Ausnahme müssten wohl vorläufig noch die Stadtautobahnen/ Bundesstraßen bleiben. Bis auch dafür zwangsläufig eine Lösung gefunden wird.

 

 

“Spaziergang in Sachen Straßenlärm” 10.9.2015 -  S. 21

Es ist sehr gut, dass solche Spaziergänge und Diskussionen stattfinden.  Da aber dabei schon regelmäßig die Probleme zwischen Greinbergknoten und Füchsleinstraße vergessen werden, möchte ich wieder auf meinen Brief vom 12.2. 2015  hinweisen, den ich anliegend, mit der Bitte um Kenntnisnahme und Verwendung mitschicke.

 

Es würde mich freuen, wenn meine dringenden Bitten für die Betroffenen Erfolg hätten, denn die Probleme in diesem Bereich, von der verkehr ständig wächst durch immer weitere Institute, Tief- und Parkgaragen und immer mehr ambulante Behandlung und gestiegenen Patienten- und Besucherverkehr.

 

„Verschmutzte Luft fordert Millionen Tote.“

 

Der Bericht des internationalen Forscherteams unter der Leitung von Johannes Liefers vom Max-Planch-Institut bekennt: „In Deutschland gebe es jährlich 7000 Tote durch Verkehrsab­gase.“ Doppelt so viele wie durch Verkehrsunfälle. Aber, nur die Zahlen sind neu. Seit Gerbert Gruhl und dem Club of Rom wird gewarnt.  Wen interessierts? Auf der IAA wird der Trend zu schweren, dieselbetriebenen Limousinen von allen Produzenten befeuert.  Und da hört man, dass diese SUV-Modelle ausgesprochene Dreckschleudern, aber trotzdem die Verkaufsschlager sind. Es werden eigentlich  nicht nur die Konsumenten angesprochen, wenn es um die Aufforderung zur Vernunft geht. Es ist auch die Frage, ob die Kommunen ihre Auf­gabe, Schaden von den Bürgern abzuwenden, erfüllen, in diesem Falle: für möglichst unbelastete Luft zu sorgen.  Alle großen, derzeit z.B. in Würzburg avisierte Vorhaben versprechen das Gegenteil, denn die letzten freien Flächen werden versiegelt, der ÖPNV wird zum Alibi, die autogerechte Stadt triumphiert.

 

Gerade hier in Würzburg, in dieser Kessellage, kommt es auf jedes bisschen Grün an, aber was schreib ich da, seit Jahren tu ich das, aber wenn man meine Meinung schon ignoriert, sollte man doch den seriösen Vertretern der Wissenschaft glauben. Auf den Todesanzeigen steht nicht drauf, wer dran glauben musste.

 

Feinstaub etc. in Politik, Presse und Fernsehen

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen vermittelt den Eindruck, durch das Überangebot von Krimis  und Horror, dass Deutschland unsicher ist.  Die Angst wird durch die vielen Talkshows und Nach­rich­tenaufbereitung eher noch gesteigert. Die Umweltprobleme werden von der Flücht­lingsproble­matik zusätzlich unterdrückt.  Da ist es sehr hilfreich, dass es Magazine wie Plusminus, Report Mainz und die Tagesshow gibt.  Dort erfährt man z.B. welche Gefahren durch Abgase und Feinstaub drohen und wie viele von uns Tag für Tag dafür ins Gras beißen.  Alle Verantwortlichen wissen es, niemand handelt. Und diese Magazine zeigen eine Wahrheit, die Angst und Wut erzeugt.  Sie werden von einer Minderheit angeschaut. Es ist viel einfacher sich Tatort oder eine der unzähligen Quizsendungen oder Kochsendungen reinzuziehen oder Rosamunde Pilcher zu gucken. Oder gar die Privaten Kanäle.

 

Würzburg ist ein Paradebeispiel dafür, wie man diese Wirklichkeit der Luftverschmutzung nicht wahrnimmt oder ignoriert.  Obwohl selbst die an günstiger Stelle ermittelten Messungen schon die Alarmglocken schrillen lassen müssten, werden auch die letzten noch bebaubaren Stellen im Stadtgebiet weiter versiegelt und noch mehr Individualverkehr wird angezogen. Die dieser Tage vorgestellten Vorhaben um den Hauptbahnhof beweisen, dass es auch in seinem Umfeld in diesem Sinne weiter gehen wird, auch wenn einige der Planungen im Bereich ÖPNV nicht nur sinnvoll, sondern dringend nötig sind.  Was im Bereich Europastern und Berliner Ring durch weitere Hotels, Veranstaltungshalle und Wohnungen in diesem schwerstbelasteten Gebiet auf die in ihrem Umfeld lebenden Menschen zukommt, ist nicht abzuschätzen

Und so ist es mit Umweltgiften in der Nahrung, mit Waffenhandel und Klimawandel.  Alle wissen es, niemand handelt.  Einst glaubte ich, wenn die da oben nichts oder zu wenig tun, müssen wir Kleinen Leute ran an den Speck.  Es wir totgeschwiegen, wenn man keine Macht hinter sich hat. Und das Geld ist halt stets auf der anderen Seite. Immer, auch wenn es tödlich ist

Umweltzone in der Innenstadt  MP/VB –3.7.2014 S. 1+ 27

Schon wieder einmal zeigt ein Gutachten, was alle Welt seit vielen Jahren weiß, wie es um unsere Luft in Würzburg steht. So kommt die Studie auch zu den Folgerungen, die daraus zu schließen sind und die sagen überhaupt nichts Neues.  Das alles wird seit über 20 Jahren von allen, die sich ernst­haft damit beschäftigen, vehement gefordert.  Gemacht wurde das Gegenteil.  Das krasseste Beispiel ist die Schnapsidee, die Zufahrt zur Markt-Tiefgarage durch die Martinstraße zu pressen und die eigentlich vorgesehene Kulturmeile ad absurdum zu führen.  Derweil fahren natürlich die vernünftigen TG-Nutzer gleich zur Zufahrt Karmelitenstraße, anstatt sich durch die halbe Innenstadt zu quälen.  Da gab es einmal einen teuren Verkehrsentwicklungsplan und unzählige gute Ansätze, aber man glaubt bis heute an die autogerechte Stadt, versiegelt und besiedelt jeden noch freien Raum, was noch mehr Verkehr anzieht und behandelt Parkplätze wie Heiligtümer.  Die Anlage von P+R-Plätzen, der absolute Vorrang für den ÖPNV, vor allem der Schiene, Tempo 30 für das ganze Stadtgebiet und die Innenstadt als Grüne Zone sind die sattsam bekannten Rezepte,  die in vielen Städten als überaus wirksam belegt sind.  Das Problem ist und bleibt der Verkehr.  Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass es dem neuen Stadtrat gelingt über die Schatten der Vergangen­heit zu springen und die Gesundheit der Bürger  in den Vordergrund zu stellen.

Zu: Umweltzone in der Innenstadt  MP/VB –3.7.2014 S. 1+ 27

 Schon wieder einmal zeigt ein Gutachten, was alle Welt seit vielen Jahren weiß, wie es um unsere Luft in Würzburg steht. So kommt die Studie auch zu den Folgerungen, die daraus zu schließen sind und die sagen überhaupt nichts Neues.  Das alles wird seit über 20 Jahren von allen, die sich ernst­haft damit beschäftigen, vehement gefordert.  Gemacht wurde das Gegenteil.  Das krasseste Beispiel ist die Schnapsidee, die Zufahrt zur Markt-Tiefgarage durch die Martinstraße zu pressen und die eigentlich vorgesehene Kulturmeile ad absurdum zu führen.  Derweil fahren natürlich die vernünftigen TG-Nutzer gleich zur Zufahrt Karmelitenstraße, anstatt sich durch die halbe Innenstadt zu quälen.  Da gab es einmal einen teuren Verkehrsentwicklungsplan und unzählige gute Ansätze, aber man glaubt bis heute an die autogerechte Stadt, versiegelt und besiedelt jeden noch freien Raum, was noch mehr Verkehr anzieht und behandelt Parkplätze wie Heiligtümer.  Die Anlage von P+R-Plätzen, der absolute Vorrang für den ÖPNV, vor allem der Schiene, Tempo 30 für das ganze Stadtgebiet und die Innenstadt als Grüne Zone sind die sattsam bekannten Rezepte,  die in vielen Städten als überaus wirksam belegt sind.  Das Problem ist und bleibt der Verkehr.  Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass es dem neuen Stadtrat gelingt über die Schatten der Vergangen­heit zu springen und die Gesundheit der Bürger  in den Vordergrund zu stellen.

Zu: Neue Zufahrt wartet auf Autofahrer.  MP-VB  Mo, 8.9.2014 – S. 25

 In dem Beitrag von Holger Welsch wird der Eindruck erweckt, als sei man enttäuscht, dass die Leute die neue Einfahrt nicht nutzen.  Dabei muss man doch dankbar sein für jeden, der, wenn er schon in die Stadt mit dem Auto fährt, nicht nur den bequemeren Weg in die Karmeliten-Einfahrt wählt, sondern auch die Innenstadt verschont, die zwischen Residenz und Dom sehr sensibel ist und  wegen des Stellplatzangebots um den Dom besonders leidet.  Für diejenigen die keinen Stellplatz oben ergattern, mag die nächstliegende Tiefgarage ein Notnagel sein. Der extreme Parksuchverkehr in dem Bereich könnte stark gemindert werden, wenn die Stellplätze an Kardinal Faulhaber Platz und Domfreiheit wegfielen.  Wenn man schon die autofreie Kulturmeile dem Verkehr geopfert hat, wäre die stellplatzfreie Zufahrt über Max- und Hofstraße ein tragbarer und sicher auch erfolgreicher Kompromiss. Ich danke jedem Autofahrer sehr, der auf kürzestem Weg die Marktgarage über die Karmeliten –Einfahrt aufsucht.

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Leserbrief von 1990

zum Bau eines Parkdecks an der Car1-Diem-Halle

Meldungen der letzten Tage:  Benzol im Blut von Großstadtkindern. Defizit der WVV.  Temposünden nehmen rapide zu.  Frauenlandbewoh­ner veralbert. Das alles gehört als Hintergrundinformation zu der Meldung über die Parkhausplanung an der Stettiner Straße.  Im Stadtrat beschließt man munter ein Großprojekt nach dem ändern und die meisten haben nur das Ziel, den drohenden Verkehrsinfarkt abzu­wenden, aber ohne den Autofahrern wehzutun.  Nur so ist dieses An­gebot zu verstehen und es fehlt eigentlich zur Abrundung noch Erfrischungsraum und Dusche nach der anstrengenden Anfahrt. Um 800 Pendlern (in überschäumen­dem Autoenthusiasmus glauben "Die Grünen" gar 2000 fordern zu müssen) das Umsteigen direkt aus dem Auto in die Straba unter dem falschen Etikett P+R ermöglichen zu können, sind von der Stadt ca. 20. Mill., von der WVV ca. 40 Mill. veranschlagt.

Die finanzielle Situation der Stadt ist bekannt. Die der WVV nun auch. Für den Radwegebau konnten im Etat 91 nur 180 000 DM eingesetzt werden. Das ist nur EIN Sachgebiet von vielen die darunter leiden, dass der Verkehr nahezu alle verfügbaren Mittel auffriss­t und auch langfristig bindet.  Umso mehr, sollte man meinen, müssen die Mittel auch effektiv eingesetzt werden.  Das ist bei diesem Projekt nicht erkennbar.

Bei der Diskussion im Stadtrat war sichtbar:  Man muss schnellstens etwas tun, ein anderer Platz ist nicht verfügbar, den Autofahrern können l00 m Fußweg nicht zugemutet werden (weshalb Kickersplatz und ein Areal Richtung Randersacker ausscheiden) und am Abend möchte man den Besuchern der Car1-Diem-Halle und der TGW für ihr Auto ein sicheres Zuhause bieten., Auf der Strecke geblieben sind dabei die Überlegungen zu echten P+R-Anlagen weit vor den Toren der Stadt, die Möglichkeit gesonderter Bus-Trassen, wo eine Anbindung mit der Straba nicht, oder noch nicht möglich ist, die Schaffung von Bus-Umsteigebahnhöfen etc. Auf der Strecke geblieben ist auch, dass die Menschen in der Sanderau zusätzlichen Verkehrsbelastungen ausgesetzt werden und natürlich eine Grünfläche. Das Vorhaben als Alternative zum Individualverkehr zu preisen, ist lächerlich.  Aus diesem Bereich rechnet man derzeit mit etwa 23 000 Einpendlern. Selbst bei einer Verwirklichung der Wunschvorstellung der Grünen wird damit allenfalls die erwartete Steigerung des Verkehrsaufkommens bis zur Fertigstellung abgedeckt. Im Übrigen zieht jede Steigerung des Angebots unweigerlich weiteren Verkehr an.

Die Stadt ist darauf angewiesen, dass möglichst viele Einpendler auf den ÖPNV umsteigen.  Viele würden das auch tun, man kann das bei Gesprächen immer wieder feststellen, der ÖPNV, insbesondere des Landkreises ist aber nicht in der Lage, ein brauchbares Angebot zu machen.  Mit Spielchen a‘la Parkdeck Stettiner Straße ist dem Problem nicht beizukommen, es ist einzig dafür gut, das für P+R-Plätze am richtigen Ort, für Umsteigebahnhöfe am Stadtrand und für die Verbesserung der Attraktivität notwendige Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen.  So lästige und unattraktive Vorhaben wie Zebrastreifen für Fußgänger, Verkehrsam­peln oder Verkehrsberuhigung und Begrünung haben das Nachsehen und weiter wird wohl dann am Kulturetat geschnipselt, bis nur noch sich selbst tragende Wein-und Bierfeste übrig bleiben.  Dass der Finanzrahmen durch dieses Projekt, wie auch die vielen derzeit schlum­mernden Vorhaben, man sollte sie gar nicht ins Gedächtnis rufen, immer mehr zu Ungunsten der Lebensqualität eingeschränkt wird, scheint die Befürworter nicht zu stören.
Die Rede war aber ständig von der Notwendigkeit, den Autofahrern, die in der Innenstadt auf einige Parkplätze verzichten müssen, Al­ternativen anbieten zu müssen. Und die Lösung hatte man auch so­fort bei der Hand: Der Autofahrer muss direkt und ohne Zeitverlust umsteigen können. Anders macht er‘s nicht. Wer sagt das? Woher weiß man das? Die Nutzer des ÖPNV werden aus eigener Erfahrung einen ganz anderen Kriterienkatalog aufstellen. Ausgerechnet ein in seiner Wirkung minimales, in seinem Aufwand überdimensioniertes Bauwerk wird als Alternative angeboten.  Da lachen die Hühner.

Einige Stadträte redeten von Güterabwägung und dass ihnen die Zer­störung einer Grünanlage Bauchgrimmen verursacht.  Das war schon immer so und jedes Mal geht es zu Lasten des stadtökologischen Um­feldes, zu Lasten der Menschen und der Lebensqualität. Die Frage nach den Parkgebühren in diesem Parkdeck wurde so be­antwortet, dass der Fahrpreis in den Gebühren Inbegriffen sei, so nach der Devise "Parkschein = Fahrschein". Nun weiß man von der Gebührenordnung des Schlachthof-Parkplatzes, dass der Autofahrer da gegenüber dem brav sein Fahrgeld entrichtenden Bürger vorteilhaft bedient wird. Es ist zu befürchten, dass die Straba für ihre Lei­stungen nicht in voller Höhe entschädigt wird und schließlich der Nutzer über seinen Fahrpreis zur Kasse gebeten wird. Irgendwo muss die ständige Subventionierung des Individual-Verkehrs einmal ein Ende haben und jeder nach dem Verursacherprinzip für alle von ihm zu verantwortenden Belastungen gradestehen.

Eine andere Bewertung wäre zu treffen, wenn vom Landkreis P+R-An-lagen zur Verfügung gestellt werden und die Stadt bzw. Straba zu einem Sondertarif (Umweltticket) der auch jedem Bürger eingeräumt wird, die Beförderung übernimmt. Eine Mitfinanzierung solcher P+R-Anlagen durch die Stadt als Solidarbeitrag ist deshalb hinzu­nehmen, weil Umweltbelastungen vermieden werden.

1. Verfügbarkeit, 2. Schnelligkeit, 3. Preis, diese Hauptkriterien für den ÖPNV überzeugen nur bedingt in der Stadt, jedoch völlig un­genügend im Umland. Es gilt das Image zu ändern, die Angebote zu verbessern, den Vorrang sicherzustellen, und ein Gesamtkonzept zu schaffen. Es mag einfach sein, dem Glauben an die alleinseligmachende Straßenbahn zu huldigen, alle Verkehrsprobleme sind damit nicht zu lösen.  Auch Busse und zweimal umsteigen werden akzeptiert werden, wenn durch drastische Einschränkungen des Parkplatzangebots in der GANZEN Stadt und gleichzeitig, wenn möglich schon vorher, der ÖPNV in die Lage versetzt wird, seine Aufgaben zu lösen.

Die anstehenden Probleme sind innerhalb der Stadtgrenzen nicht zu lösen Es genügt auch nicht wenn sich Stadt- und Landkreisvertreter dann und wann mal treffen. Es muss endlich ernsthaft darüber gesprochen und nachgedacht werden. Ohne ein ständig tagendes Gremium geht das nicht. Vor allem aber geht es nicht, wenn man Millionen und aber Millionen verplempert, die dann in einem sinnvollen Gesamtkonzept für die Region fehlen.

Helmut Försch
Steinheilstr. 11
97080 Würzburg