Helmut Försch - mail: helmut.foersch@gmx.de - 0931-284507

 

 Am 5.12.2020 haben Würzburger Verbände vor dem Dom gegen die Erhöhung des Wehretats demonstriert. Helmut Försch sagte:                  

Liebe Würzburger, liebe Bürger,

Wir protestieren gegen die Erhöhung des Wehretats – das ist zu kurz gedacht, denn, wenn es um den Wehretat geht, sprechen wir von Kriegsvorbereitung. Viele Schrift­steller haben dazu Stellung genommen. Ich zitiere Kurt Tucholski. Er sagte: Ich wün­sche jedem meiner Leser eine Frau, die ein tapferes Herz hat und ihre Heimat liebt, und die ihre Kinder groß ziehen will – zu einem andern Schicksal, als dekoriert in einem Ackergraben zu verrecken.


Vor 75 Jahren wurde unser Würzburg zerstört. Wir haben alles verloren, alles was wir besaßen. Wir haben die Stadt wieder aufgebaut und glaubten, an nie wieder. 75 Jahre danach denken wir zurück:
Der deutsche Kaiser hat den 1. Weltkrieg mitverschuldet. Die Hitlerregierung brach den 2. vom Zaun. Fast 100 Millionen Menschen mussten sterben, ganze Länder wa­ren verwüstet. Die Menschen glaubten ihren Regierungen, auf allen Seiten. Ich habe es miterlebt. Wir wurden belogen. Heute will man uns weismachen, dass wir bedroht werden. Wir werden belogen wie damals. Würden die zig Billionen, die für diese hirnverbrannte Rüstungsproduktion und diese menschenfeindliche Kriegsvor­berei­tung vernichtet werden, für den Frieden und Verständigung ausgegeben, alle Proble­me dieser Welt könnten gelöst und Wohlstand für alle erreicht werden.

 

Die Generationen, die Krieg nur von Hörensagen, von sogenannten Kriegs- oder Doku­mentarfilmen und Romanen ken­nen, halten diese für wahr. Helden, hochde­koriert, werden nicht gefragt, wie viele hast du umgebracht. Sie werden bejubelt von denen die keine Ahnung haben. Es gibt keine Möglichkeit den Krieg oder gar die Grau­samkeiten der KZ’s abzubilden. Niemand würde sich be­reitfinden so etwas zu filmen, nie­mand würde da mitspielen, ja, es würde niemals erlaubt, solche Gemein­heiten, solche Bestialitäten und Massenmorde wie wir sie erlebten den Menschen zu zeigen.

 

Was wollen wir Kindern und Jugendlichen sagen, zeigen, lehren, wenn Billionen jähr­lich ausgege­ben werden für Kriegsgerät und Rüstung, wenn noch niemals so viele Waffen in Friedenszeiten in Deutschland her­gestellt wurden wie heutzutage. Wenn Waf­fen in Kriegsgebiete und an  Krieg führen­de Nationen verkauft werden, wenn unsere Verbündeten Kriege anzetteln, KZ’s, Folterung und Er­mor­dungen vollbringen, wenn Völkerrecht missachtet wird und unsere Regierung das billigt oder gar unter­stützt, wie es immer wieder geschieht? Was sagen wir ihnen? Es gibt nur eines: Die Wahr­heit müssen wir ihnen sagen. Immer wieder.

 

Kurt Tucholsky sagte: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert  mehr Charakter, als sich im offe­nen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen. Nein.“

„Ja, auch ich sage nein. Ich höre nicht auf „Nein“ zu sagen, wenn alle Krieg spielen, wenn sie Kriege vorbereiten. Ich höre nicht auf „Nein“ zu sa­gen, wenn Unrecht verherrlicht wird, wenn Menschen, unterdrückt, aus­gegrenzt werden oder man sie verhungern, ertrinken oder erfrieren lässt und nichts dagegen tut. Wenn wieder Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das Leben vergiftet.

 

Ich höre nicht auf „Nein“ zu sagen, wenn man materielle Dinge, Wohlstand, Geld, Macht und Gewalt setzt vor Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft und zuschaut, wie arme Menschen Flaschen sammeln, auf Parkbänken schlafen, sich mit Zeitungen zudecken. Das soll auch mein Vermächtnis sein, und meine Bitte an die jungen Menschen, nicht nur an die, die für ihre Zukunft schon Freitags auf die Straße, statt zur Schule zu gehen, es geht an alle, die noch nachdenken und lieben können. Baut an einer friedlichen Welt ohne Hass und Neid, baut an einer Welt der Liebe und Freundschaft zu allen Menschen und der Natur. Nur dafür, nur dafür lohnt es sich zu leben.

 

Sagt nein, immer wieder nein, wenn man euch einredet, dass ein Wehretat nötig sei.                                      helmut försch

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Wenn weiter gerüstet wird, wird es weiter Kriege geben. Früher war das Männersache. Jetzt stehen Flintenweiber an der Spitze und fordern Milliarden die Schlacht.

Mit Kurt Tucholski würde ich sagen: das wäre kein  Friede. Das wäre Wahn. Der alte Tanz auf dem alten Vulkan. Du sollst nicht töten hat einer gesagt. Und die Menschheit hörts - und die Menschheit klagt. Will das denn niemals anders werden?         Krieg dem Kriege  - und Friede auf Erden

 

 

 

Ein neues Buch: Vitus Heller

   WIR ERINNERN : Ein Bauernbub wollte die Welt verändern:       

           "VITUS HELLER"

Wir haben schon viele ehemalige Bürger unserer Stadt auf Gedenktafeln,Stelen, Stolpersteinen, und Straßennamen in die Erinnerung zurück gerufen.  Andere sind durch eigene Beiträge selbst oder für andere wieder präsent geworden.  So ist Felix Fechenbach durch sein, von Roland Flade wieder entdecktes und mit Biographie ergänzte Buch: "Der Puppenspieler" und den von Helmut Försch zusammen gerufenen Felix-Fechernbach-Kreis  mit dem Felix-Fechenbach-Haus wieder in aller Munde.

Vitur Heller, der Junge aus Tauberrettersheim,  hat, aus tief-christlicher Familie, und Erziehung, gelebter sozialer Verantwortung, aus Selbststudium und den Lehren des ersten Weltkriegs die Idee des Christlichen Sozialismus in den Worten und dem Leben Christii, der Päpste Leo XIII. und Pius XI., und der Christlichen Soziallehre gefunden und alles getan, sie auch zu verwirklichen.

Als Sekretär des Volksvereins für das katholosche Deutschland gründete er 1918 die Zeitung: "Das Neue Volk", schrieb ein 30-seitiges Programm "Der Christliche Sozialismus", wurde 1920 Vorsitzender der unter seinem Einfluss gegründeten ersten "Christlich-Soziale Partei" - später "Christlich-Soziale Reichspartei" (CSRP).

Dabei wandelte er aus den Spuren von Thomas v. Aquin, Augustinus, Wilhelm Hohoff, Wilhelm v. Ketteler, Adolf Kolping, aber auch Karl Marx.  Er wurde zunächst unterstützt von Liborius Gerstenberger, Mathias Erzberger und dem linken Zentrum.  Nach dem rechtsruck fast aller Parteien kämpfte er gegen Ausbeutung, Korruption, Miilitarismus Faschismus und Kapitalismus.

Im NS-Staat wurde er wiederholt verhaftet,  warv einhalbes jahr in dachau inhaftiert, fristete sein Leben 1933 - 1945 in ärmlichsten verhältnissen. 1945 gründete er mit Adam Stegerwald  die CSU, half beim Wiedraufbau, auch als Flüchtlingskommissar - wurde dann aber ausgegrenzt, verleumdet und vergessen.

Das möchte das Buch "Vitus Heller - vergessener Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit" ändern.

Das Buch ist im Echter-Verlag, Würzburg, 2017 als Broschur erschienen und zeichnet  auf 216 Seiten das Leben von Vitus Heller und seiner Idee und seinen Aufzeichnungen nach, kommentiert von Helmut Försch.

Nachtrag:

 

Leserbrief zu: „Festakt zum 100.Geburtstag der DJK FVB/MP 30.9.2020 – S. 25

 

 

Der Deutsche Katholikentag 1920

 

In der Chronik der Deutschen Katholikentage finden wir für 1920 nur den Kleinen Katholikentag in Stuttgart. Derjenige, der am 16./17.9. in Würzburg stattfand, wird nur in den Annalen der DJK, aber sonst nirgends erwähnt, obwohl- oder weil dort eine bemerkenswerte Geschichte geschrieben ward:

 

Mit der Gründung der Bayerischen Volkspartei (BVP) am 12.11.1918 hatten sich die bayerischen Katholiken vom Zentrum getrennt, das unter Dr. Georg Heim separatistische Ziele verfolgte (Los von Preu­ßen). Viele Politiker und Gewerkschafter wollten diesen Weg nicht mitgehen. Vor allem aber Mitbegründer des Friedensbundes der Deutschen Katholiken, der am 9.10.1919 in München gegründet worden war, und  Zentrumspolitiker regten zusammen mit dem „Volksverein für die Deutschen Katholiken“, deren Sekretär Vitus Heller war, einen Kleinen Deutschen Katholikentag an, der am 16./17.9.1920 in Würzburg stattfand und auf dem der Würzburger OB Andreas Grieser das Referat zur sozialen Frage hielt. Auf der Rednerliste standen Adam Stegerwald, Matthias Erz­berger, Wilhelm Marx und die Spitze der Volksvereinszentrale in Mönchengladbach. Am 7.9.1920 war in Treuchtlingen von Christlichen Gewerkschaftern die Christlich-Soziale Partei (CSP) gegrün­det worden. Nachdem beim BVP-Parteitag am 18.9.1920 Hellers Programm des „Christlichen Sozia­­lismus“ abgelehnt worden war, trat Heller aus der BVP aus, wurde Mitglied der „CSP-Baye­risches Zentrum“, übernahm die Führung, das Presseorgan „Das Neue Volk“ und die Geschäftsfüh­rung. Ein harter Kampf wie gegen Windflügel begann.

 

 

Zum Thema: Helmut Försch: Vitus Heller- Vergessener Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit
                      Echter - 2017

 

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Die "Entwicklung schlummernder Kräfte"  Grafik von Helmut  1989 -7