Verkehr in Würzburg

 Plakat des Ratsbegehrens satirisch verändert von Helmut Försch

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 Warum in Würzburg der ÖPNV bisher keine Chance hatte.

                        Den Frust des Fahrgastes von Helmut Försch in Worte gepackt 

Hier soll nicht eingegangen werden auf die Frage, wer am Zustand des ÖPNV in Würzburg schuld ist, auch nicht wer und was und welche Beweggründe ursächlich sind. Es geht um die Hemmnisse etc. und wie sie beseitigt werden könnten.
Das Grundübel: das Festhalten an der „autogerechten Stadt“, das Fehlen eines zukunftweisenden Gesamtkonzeptes für den ÖPNV und vor allem einer Einbeziehung des Einzugsgebietes mit den dazugehörigen P+R-Einrichtungen und integrierten Fahrplänen.

Ein ÖPNV, der von den Bürgern nicht nur angenommen, sondern auch PKW-Fahrer zum Umstei­gen bewegen werden kann, muss pünktlich, verfügbar, preiswert und bequem sein und dem Nutzer auch zum Vorteil gereichen. Ein großer Teil der derzeitigen Fahrgäste hat kein Auto, andere haben ökologische Gründe, verbilligte oder Freifahrscheine oder eine Schienenverbindung. Dass die Attraktivität weiter sinkt, daran sind schuld: erhebliche Erhöhung der Fahrpreise, Ausdünnung der zeitlichen Verfügbarkeit, häufigere Unpünktlichkeit und damit keine Anschlusssicherheit, in der Hauptverkehrszeit unbequem und überfüllt. Behinderte: Rollstuhl- und Rollatorfahrer, Kinderwa­gen, Leute mit Gepäck oder Gehhilfen. haben große Probleme.
Dazu kommt, dass die Massenverkehrsmittel ökologisch und gesundheitlich zur Zeit die einzige Alternative zum PKW sind.  (zu Fuß und mit dem Fahrrad ist zwar die beste, aber nicht für jeden und immer mögliche Lösung)  Die Straßenbahn zeigt, wie leistungsfähig der ÖPNV sein kann. Aber nur in Teilbereichen ist das Potential ausgeschöpft und der Ausbau weiterer Linien ist  bisher nicht in Sicht.  Die Verlängerung zu den Unikliniken hat indessen nur wenig Sinn, denn dort werden genügend Parkplätze angeboten und zum Umsteigen fehlt der P+R-Platz. Die paar an der Endsta­tion vorgesehenen sind bedeutungslos.
Dem stehen gegenüber:  Eine Verkehrsplanung, die auf einen möglichst reibungslosen  IV-Verkehr gerichtet ist, bei dem die verkehrsleitenden Maßnahmen, vor allem die Ampelschaltungen dem IV und nicht dem ÖPNV angepasst sind. Deshalb haben fortschrittliche Städte für den ÖPNV eigene Trassen oder Fahrspu­ren eingerichtet.  Deshalb hat die Straßenbahn in Würzburg, wo sie über eine eigene Trasse verfügt, wenigstens in Bezug auf Pünktlichkeit ihre Aufgabe erfüllt.  Bei den Bussen ist das völlig anders. Schauen wir uns zwei Straßen an, die auf meinem Weg( von Versbach her) in die Innenstadt zu passieren sind: Die Lindleinstraße/Ost: Eine der breitesten Straßen von Grombühl, auf beiden Seiten fast lückenlos beparkt, mit IV-Verkehr von Oberdürrbach und Versbach her, mit  ständig zuneh­mendem Verkehr zu den neuen Kliniken und den Stadtrandgemeinden. Die Busse, die sich dort begegnen, kommen nur sehr schwer aneinander vorbei und erst recht, wenn sich in den Stoßzeiten der IV zwischen Scharold- und Versbacherstraße aufstaut.  Noch schlimmer ist es in der etwa gleich breiten Ludwig­straße, durch die viele Buslinien in den Würzburger Norden und Osten führen.  Der von Osten kom­mende Bus, muss an der Ecke Theresienstraße entscheiden, ob er wei­terfahren kann.  Wenn vom Westen her ein Bus naht, muss er warten, bis sein Kollege an ihm vorbei ist. Sind näm­lich zwei im Abschnitt bis zur Handgasse stecken geblieben, dann steht alles.  Und kein Fahrplan stimmt dann.  Nicht manch­mal, sondern zunehmend.  Fahre ich mit dem PKW kann ich flexibel einen Stau umfah­ren.  Wenn ich einen Termin habe, ist der ÖPNV nicht verläss­lich. Verspätungen sind zu keiner Tageszeit auszuschließen.
Dazu kommt, dass der Berliner Ring, der Europastern und der Greinbergknoten der ständig stei­gen­den  Verkehrsbelastung  nicht mehr genügen.  Die häufigen Staus in diesem Bereich belasten die in diesem Umfeld lebenden Bürger sehr schwer, wie die Messungen schon im Jahre  2000 belegen.
Wenn ich in der Hauptverkehrszeit in die Stadt muss oder will, muss ich damit rechnen, keinen Sitzplatz zu bekommen. Auch als Behinderter mit Begleitung ist es schwer, einen der wenigen im vorderen Bereich liegenden Sitzplätze zu bekommen.  Werden diese von Nichtbehinderten einge­nommen, sind manche Leute schwer zu bewegen, Platz zu machen. Für die Mehrheit der Fahrgäste, vor allem Immigranten ist das ganz selbstverständlich,  man ist freundlich und hilfreich. Erkennbar ist aller­dings, dass so etwas nicht mehr gelehrt wird. Als Behinderter muss man deshalb die Fahr­gäste, die auf für Behinderte vorgesehenen Plätzen sitzen, bitten, diesen freizugeben. In den meisten Fällen wissen diese nicht, dass das solche sind. Und wenn ich es nicht wüsste, würde es mir wohl auch nicht auffallen, denn dorthin, wo die Zeichen angebracht sind schaut man  höchstens zufällig.

In einem PKW gibt es kein Gedränge, niemand tritt mir auf die Zehen, mir beschmutzt keiner die Hose mit dem Fahrrad, ich habe einen bequemen Sitz und finde immer einen Parkplatz, der mich nicht mehr kostet als das Ticket für den ÖPNV und wenn wir zu zweit sind, wären wir doch blöd, ständig mehr zu bezahlen, wo die Stellplätze so billig sind.  Wenn ich mit Begleitung ins Zentrum fahre, bin ich pünktlich, fahre bequem, stelle mein Fahrzeug ins Parkhaus und nach zwei, drei Stunden zahle ich vielleicht ein paar Cent mehr an Park­gebühr und bin sicher, einen Parkplatz zu finden, wenn auch nicht immer direkt vor meinem Ziel.
Hat man sich mal an einen Fahrplan gewöhnt – merken kann man sich die  hier in Würzburg oft sehr unterschiedl­ichen Daten überhaupt nicht – wird er schon wieder geändert und natürlich wird das Angebot  wieder ausgedünnt und vor Jahr zu Jahr teurer, während die Preise für Parkplatz oder Parkhaus gleich bleiben., also relativ sinken..
Schon vor sehr langer Zeit wurden die Weichen gestellt.  Damals wusste man schon, wie zu verfah­ren wäre: Eigene ÖPNV-Trassen, Durchmesserlinien, attraktive Umsteigeplätze, leicht merkbarer, durchgängiger Fahrplan mit zeitnahen Umsteigemöglichkeiten, Park+Ride vor der Stadt mit di­rekter Umsteigemöglichkeit und eindeutiger Park/Fahrpreis-Regelung.. Dabei war klar, dass der Stellplatz teurer sein muss als der Park/Fahrpreis und stets angepasst wird.  Dazu dachte man an die Bereit­stellung eines aus­reichenden Fahrzeug­parks, der sich am stei­genden Fahrgastaufkommen orientiert und dem Fahrgast größtmögliche Be­quemlichkeit bietet. (Siehe Freiburg, Heidelberg etc)
Schon damals standen die ökologischen Notwendigkeiten im Vordergrund, obwohl das noch nicht ins Bewusstsein der Mehrheit gedrungen war. Damals diskutierte man  Fahrgemeinschaften, wie sie in andern Ländern schon praktiziert wurden, heute denkt man an Car-Sharing.  Das sind gute Ideen, aber keine dauerhafte Lösung, die nur darin liegen kann, die große Mehrheit der Bevölkerung gut, preis­wert, sicher  und vor allem Umwelt- und Gesundheit schonend ans Ziel und zurück zu bringen, ohne da­bei viel Zeit zu verlieren. Denn es geht hier im Wesentlichen um die Besucher aus den äußeren Stadtteilen und Randgemeinden.

Ein weiterer Punkt sind die beim motorisierten Verkehr auftretenden Umwelt­proble­me, vor allem Feinstaub und Stickoxyde, die durch die drohende Erderwärmung noch ver­stärkt worden sind.  Wer draußen im Grünen wohnt, wird nur dann auf den ÖPNV umsteigen, wenn er die Zei­chen der Zeit erkannt hat und einen ÖPNV zur Verfügung hat, der ihn schnell, pünktlich, relativ bequem und preiswert ans Ziel und wieder zurück bringt, oder er fährt mit dem Fahrrad .Würzburg liegt in einem Talkessel, wo der Luftaustausch naturgemäß weniger gut funktioniert.  Die Innenstadt hat in den letzten Jahrzehnten den größten Teil seines Grüns verloren. Weitere schwere Einbußen sind z.B. am Stadttheater zu erwarten. Was Bäume für die Reinigung der abgasverseuch­ten Luft bedeutet, weiß heu­te jedes Kind. Dazu kommt die globalweite Klimaerwärmung. Dem müsste gegengesteuert werden.  Aber:
Die Stadtverwaltung und der Stadtrat von Würzburg setzen weiterhin auf die „autogerechte Stadt“, Stadtbaurat Baumgart bezeichnet es sogar ans Dogma.  Am Stadt­rand und in den stadtnahen Ge­meinden siedeln sich immer mehr Menschen an und die Innenstadt wird weiter verdichtet.. Die Land­flucht ist permanent und die Ballungs­räume werden immer größer. So wird also auch der Ver­kehr in gleichem Maße wachsen.  Der ÖPNV in der derzeitigen Ausstattung wird mit der künftigen Bela­stung nicht  mehr fertig werden.  Eine Lösung ist nicht in Sicht, denn die Situation hat sich durch das ständige Ignorieren der Fakten so negativ entwickelt, dass man keine andere Lösung sieht, als so weiter zu wursteln wie bisher:
Bisher wurde  erfolgreich der schienengebundene Verkehr angedacht und im Grundsatz begonnen.  Das war im vorigen Jahrhundert. Damals wurden Trassen ins Umland vorgesehen, eine Reihe da­von sogar projektiert, in Umrissen geplant, Grundstücke reserviert. Aber letztendlich verschwand alles in den unergründli­chen Schubladen der Ver­waltung. Trassen nach Versbach, Lengfeld und Höchberg waren vorgesehen, man dachte an Durch­messerlinien und dezentrale Busbahnhöfe, an den Vorrang den ÖPNV allgemein. (nur bei der Straba ist das zum  Teil ver­wirk­licht worden). Die Busse blieben und bleiben weiterhin und immer deutlicher im IV stecken. Die Ampelschaltungen sind auf die Bedürfnisse des IV gerichtet;  die Busse des ÖPNV geraten deshalb noch weiter ins Hintertreffen.  Dadurch ist die Anschlusssicherheit nicht mehr gewährleistet, Verspätungen von bis zu einer halben Stunde machen den ÖPNV unattraktiv und zwingen zum Gebrauch des eigenen Fahrzeugs. Als ständiger Nutzer des ÖPNV, insbesondere der Buslinien, kann man die Mängel, die schnell und ohne großen Aufwand erkennbar sind, aufzählen.  Man steigt ein – in Würzburg ein Muss – vorne beim Fahrer, der die Gültigkeit der Fahrkarte prüft  und Fahrkarten verkaufen muss.  Da kommt es vor, dass er die Fahrgäste fragt, ob wer einen größeren Fahrschein wechseln kann.  Das dauert und bei Regen nutzt so mancher den ÖPNV, der sonst radelt, dann sind es noch mehr, die einen einzel­nen Fahrschein, aber auch Informationen erheischen, wo man umsteigen kann oder was ein Tages­ticket so kostet. So verrinnen die Minuten.  Dann fährt er los – an der nächsten Ampel wird es gerade rot, denn der Verkehr ist auf  den guten Fluss des Individual-Verkehrs programmiert. Dieser Tage erst: Ein junger Mann steigt ein in Linie 12, möchte nach Rimpar, in Versbach umstei­gen. Der Fahrer gibt Auskunft, sucht in verschiedenen Unterlagen nach Zeiten , Preis oder derglei­chen, verkauft dann eine Fahrkarte. Wieder verrinnen Minuten, die nur zum Teil eingerechnet sind.  Früher gab es  nur Stau zu den Haupt­verkehrszeiten.  Da der Verkehr ständig zunimmt, ist damit auf vielen Buslinien stets damit zu rechnen.  Den Anschluss an die Straba oder an andere Buslinien zu bekommen ist mittlerweile Glückssache. 

Bei der im vorigen Jahrhundert erfolgten Gebietsreform wurde Würzburg stiefmütterlich behandelt. Die Vorstädte und Gemeinden wurden nicht einbezogen.  Eigentlich hätte man Zell, Margetshöch­heim, Veitshöchheim, Höchberg, Randersacker, Rottendorf, eigentlich sogar noch weiter raus  mit einbeziehen müssen, denn nur in diesem Verbund wäre es möglich gewesen, genügend Raum für weitere Ansiedlung zu schaffen und die Verdichtung im Stadtbereich zu verhindern, dem vor allem die notwendigen Grünflächen zum Opfer fielen. Dass das nicht geschah, war ein nicht mehr wieder gut zu machender Fehler. Es ist fraglich, ob in dieser Richtung noch etwas getan werden kann, aber es wird wesentlich darauf ankommen, ob Stadtverwaltung und Stadtrat so weit zu denken fähig sind und ob im Freistaat die politische Vernunft dazu vorhanden ist.
Die Gemeinden rund um Würzburg sind fast alle nicht mehr in der Lage, aber auch nicht willens, die Versorgung ihrer Bürger mit den lebensnotwendigen Gütern, aber auch mit dem Kulturleben zu ermöglichen.  Dazu hat man ja die Stadt.  Die nutzt man wie ein Geschenk des Himmels, keiner von dort draußen denkt an die Würzburger Bürger, die in dem Dreck, der Tag für Tag in der Stadt abge­laden wird, leben muss.  Diese St. Florians-Jünger jammern, wenn sie nicht gleich einen Park­­platz bekommen, hocken im Grünen und frischer Luft, die Städter können ja verrecken, Haupt­sache, ihnen geht‘s gut. Und sie sagen; „Wenn wir nicht mit unserm Auto nach Würzburg reinfahren kön­nen, fahren wir nach Wertheim oder Schweinfurt. Sollen sie das doch mal tun. Sie werden bestimmt wieder kommen. Das ist zwar überspitzt gesagt, aber trifft es nicht zu ?
Der ganze Landkreis wäre in die Pflicht zu nehmen, P+R Plätze zu bauen und im gleichen Umfang könnte die Stadt Oberflächen-Parkplätze  eliminieren, bestimmte Strecken für den IV sperren, Tras­sen für den ÖPNV mit Vorrang zu schaffen, genügend Umsteigeplätze an die Strabalinien etablie­ren.  Das alles machen andere Städte. Warum Würzburg nicht? Weil im Würzburger Stadtrat keiner betroffen ist?  Weil kaum einer den ÖPNV benutzt?  Weil sie ihr Schäfchen nicht nur im Trockenen haben, son­dern auch im Grünen?  Weil die Lage so verfahren ist, dass keiner weiß, wie man da richtig reagieren kann oder muss?
Es ist endlich an der Zeit, die Zeichen der Zeit zu sehen.  Würzburg wurde bei der Strukturreform vergessen, benachteiligt.  Die Stadt Würzburg kann eine Änderung nicht allein herbeiführen.  Wenn die Stadt nicht von Bezirk und Landkreis offensiv unterstützt wird, sollte die Stadt einmal alle Tore dicht machen, damit man dort draußen sieht, was man an dieser Stadt hat, was man dort unbedingt braucht und haben muss.

.Auch das wäre hilfreich: endlich stadtflächendeckend Tempo 30. Das A und O aber sind außerhalb des Stadtgebiets Umsteigeplätze zu schaffen an allen in die Stadt führenden Hauptstraßen mit einem 15 oder 20-minutigen Taktver­kehr mit Großraumticket, Tempo 30 ab Stadtgrenze, Vorrang und eigene Trassen (wo möglich) für den ÖPNV, Ausbau der Straba-Linien auch ins Umland,  Freimachung der Straßen von Parkplätzen, Tiefgaragen für die Stadtbe­wohner, ein Radwegekonzept mit Fahrradparkplätzen und Regeln, wo diese abgestellt werden dürfen, was endlich wieder die Gehsteige frei macht für die Fußgänger, Das alles klingt illusorisch, ist aber möglich, wenn der Wille dazu da ist.  Ob das mit dem derzeitigen Stadtrat begonnen  werden kann, wird sich erweisen.  Es gibt aber die Möglichkeit, vor den näch­sten Wahlen die geeigneten Fragen zu stellen und dann zu handeln.
Man sollte sich daran erinnern, dass man bereits in den Jahren 1968 - 1971 mit den "Rote-Punkt-Aktionen"  in vielen Städten der Bundesrepublik gegen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr demonstriert hatte.  Die wohl bekanntesten und folgenreichsten Aktionen fanden im Juni 1969 in Hannover und im März 1971 in Dortmund statt.  Aber auch in den Städten Bremen, Buxtehude, Darmstadt, Duisburg, Essen, Esslingen am Neckar, Gelsenkirchen, Heidel­berg, Herford, Leverkusen, Mannheim, Oldenburg, Schweinfurt, Stuttgart und Wuppertal gab es sie.
Ausgangspunkt waren Fahrpreiserhöhungen. 
In erster Linie riefen Studenten, Schüler, Gewerk­schaften und in Verbänden, zumeist in linken Parteien organisierte Jugendliche zu Protesten und Demonstrationen auf. Zusammen mit Mitbürgern blockierten sie Busse und Straßenbahnen und sorgten gleichzeitig mit Hilfe der "Aktion Roter Punkt" für einen alternativen, weitgehend selbstor­ganisierten öffentlichen Nahverkehr, um so die Rücknahme der Fahrpreiserhöhung zu erreichen.
Durch Freifahrscheine für die Studenten hat sich Würzburg im Jahr 2018  potentielle Protestanten vom Hals geschafft. Und da stellt sich die soziale Frage, die auch beim Theaterbesuch, beim Kin­der­geld etc. stellen ist:  Warum werden öffentliche Gelder als Almosen für bestimmte Kreise und nicht nach Bedürftigkeit vergeben.  Ist der Fahrpreis für den Normal-Bürger gerechtfertigt, wenn gleichzeitig soziale Aufgaben aus diesem Topf befriedigt werden. Ist angesichts der Umweltbelas­tungen durch den Individualverkehr nicht endlich dem ÖPNV Vorrang zu geben und zwar nicht nur in Worten, sondern in effizienten Taten.

Anregungen: So berichtete  schon  im Jahre 2012 DER SPIEGEL in Nr. 16  hierzu u.a.:  Rund 20 Gra­tisfahrt-Initiativen gibt es im ganzen Land.  Sie heißen "Berlin fährt frei", "Innovative Verkehrs­systeme Darmstadt" oder "Hamburger Verkehrsverbund umsonst!". Hinter der immer gleichen Idee stecken unterschiedliche Köpfe:  Grüne halten den Nulltarif für ein ökologisches Pionierprojekt. Linke Kapitalismuskritiker fordern Mobilität als Grundrecht.  Die Piratenpartei will private Infra­strukturmonopole zerschlagen und die S-Bahn in Berlin der Stadt übereignen. Verkehrswissenschaftler sehen im Nulltarif viele Vorteile. Er soll Autofahrer in Bus und Bahn locken. Er soll damit Klima und Lebensqualität in den Städten verbessern. Weniger Autos in den Innenstädten bedeuten weniger Unfälle, weniger Abgase, weniger Lärm. Udo Becker, Pro­fessor für Verkehrsökologie an der Technischen Universität Dresden, ist sich sicher, dass heutzutage "jeder Professor in Deutschland den Nulltarif theoretisch für eine gute Idee hält".
Täglich nutzen mehr als 28 Millionen Fahrgäste in Deutschland Busse und Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Das spart mehr als 18 Millionen Autofahrten am Tag ein. Das Um­weltbundesamt stellte schon 2003 in einer Studie fest: "Folgt man dem Ziel, möglichst viele Fahrten auf den ÖPNV zu verlagern, spielen die Ticketpreise eine wesentliche Rolle." Besonders gern dürften Bürger umsteigen, wenn die Fahrten gar nichts kosten.
Beim Stadtfest 2018 hat man über drei Tage den ÖPNV umsonst nutzen können. Das Experiment wurde zunächst auf dem Rücken der „zahlenden“ Abonnementskunden ausgetragen und zeigte, dass der Würzburger ÖPNV dafür heil­los überfordert war.   Das wurde natürlich gern angenommen, aber es zeigte, dass der Fuhrpark zu solchen Aktionen viel zu klein ist. Auf der Strecke blieben dabei Behinderte, Menschen mit Kin­dern, Gepäck etc., von Rollstuhl, Kinderwagen und Rollator ganz zu schweigen. Das geht vor allem dann ins Leere, wenn immer wieder der Fahrpreis erhöht wird, die Parkgebühren aber nicht, wenn das Angebot an Parkplätzen in Tiefgaragen und Parkhäusern z.T. erheblich erhöht wird, aber Ober­flächen-Parkplätze nicht oder nur minimal reduziert werden.  Die Internetseite "Free Public Transport" listete  47 Städte auf der ganzen Welt auf, in denen der Nahverkehr fahrscheinlos funktioniert. Erst vor drei Wochen stimmten 75 Prozent der Bürger der estnischen Hauptstadt Tallinn für kostenlose Fahrten in Bussen und Bahnen.
1997 gab es in Deutschland den ersten Nulltarifversuch. Im brandenburgischen Templin konnten die Bürger auf Kosten von Gemeinde, Kreis und Land ohne Ticket Bus fahren. Schon im ersten Jahr verzehnfachte sich die Fahrgastzahl. Die Idee scheiterte 2003 an ihrem eigenen Erfolg, sie wurde für die Stadt zu teuer.
Heute kostet dort eine Jahreskurkarte 44 Euro, sie gilt gleichzeitig als Busfahrschein.
Es geht also.  Die volkswirtschaftliche Seite ist lösbar.  Die Vorteile in Verkehr, Unfallstatistik, Gesundheit und Umwelt haben so viel Gewicht, dass die Forderung, den ÖPNV als politische Notwendigkeit anzuerkennen, eigentlich nicht widerlegt werden kann.  Was noch fehlt, ist der Wille, sich damit zu befassen.  Da die Politik das nicht von sich aus tut, müssen die Bürger dafür sorgen, dass das geschieht. Auch deshalb ist die Forderung, die Vorgabe des Grundgesetzes, dass die Bevölkerung durch Wahlen und Abstimmungen an der Gesetzgebung zu beteiligen ist, endlich  verwirklicht wird. Der ÖPNV hat nur dann eine Chance, wenn er vorrangig gewollt wird. Noch gibt es nur wenige Ansätze dazu

Warum werden am Kardinal Faulhaber-Platz keine Schadstoffe mehr gemessen

Diese  Messstation wurde aufgestellt um die Belastung der Luft durch  Schadstoffe 
zu messen
Ich habe nachge­fragt, niemand  konnte oder wollte mir sagen, warum hier nicht
mehr gemessen wird. Da Würzburg schon lange zu den am schwersten belasteten Städten
gehört, drohten für den Stadtverkehr Sanktionen. Schon in2003 wurden an dieser Station
die Feinstaubwerte deutlich überschritten. Deshalb hätte eigentlich dem Gesetz ge­mäß längst
gehandelt werden.
  Nun habe ich erfahren,  die Messstation am Stadtring süd als Ersatz für
diese hier ausgesucht wurde.
  Damals wurde der neue Standplatz an diese verkehrsmä­ßig
stark befahrene, aber gut durch ­­­lüftete Stelle außerhalb des Tal­kessels verlegt, wo keine Spitzenwerte drohten.. Am KFP aber wur­den schon im Jahr 2000
  doppelt so hohe Werte bei
Benzol und Ruß, und bei Stickoxyd dreimal so hohe wie am Stadtring süd gemessen.
 

Das wollte ich genauer wissen. Also schrieb ich an unsere bayrische Umweltministe­rin. 
Ich fragte nach den Kriterien für die Aufstellung der Messstationen, schilderte meine
Ermitt­lungen und fragte auch, warum hier nicht mehr gemessen wird. Frau Scharf ließ nur
antworten auf meine Frage nach den Qualitätsrichtlinien. Doch etwas daran war interessant:
Da heißt es u.a.: „Meßstationen in länd­lichen Bereichen zur Erfassung der Hinter­grund­-
Bela­stung und
an sehr stark verkehrsbelasteten Innen­stras­sen mit schluchtartiger
Randbebauung
(sog.hot-spots) runden das Messnetz ab“. Und nun lese ich in dem Brief:
„DieMessstation am Stadt­ring süd ...zeichnet als hot-spot die höch­sten Belastungen
Würz­burgs auf.“
Hot-spot - Das stimmte doch nicht überein mit den Kriterien.. Und deshalb schrieb ich ihr erneut am 22.11.16 „Die Messstation am Stadtring süd zeigt keine Merkmale als hot-Spot :
sie liegt
  nicht in der Innen­stadt, liegt deutlich über dem Niveau der Stadtmitte,  liegt in
lockerer Bebauung mit ca. 50 m Abstand zwischen den Häuser­reihen, befindet sich über
der Fahrbahn
 unter einer Grünanlage und der Verkehr fließt gleichmäßig auf 4-spuriger
Fahrbahnvorbei“
  u.s.w. Am 21. 12. 2016 bekam ich Antwort vom Bayr. Landesamt f. Umwelt, an das meine Anfra­ge
weiterge­reicht worden war: die Kernaussage: „Es ist bekannt, dass es im Stadtgebiet von
Würzburg neben dem Stadtring süd und dem Kardinal Faulhaber Platz Stellen gibt, die höher belastet sind.“ Ergänzend wurde mir mitgeteilt, es sei mit der Stadt Würzburg geplant,
2017 an ausgewählten Stand­orten Immis­sionsmessungen für Stickoxyd auch
  an der
Grombühlstraße durchzuführen, kein Wort von Kardi­nal Faulhaber Platz, von meiner Frage zu hot-spot und der Tatsache, dass sich zwar Werte ändern , aber doch niemals umkehren können.
In den Veröffentlichungen der Stadt Würzburg lesen wir: Der Luftreinhalteplan wird fortgeschrie­ben, weil die Belastungen zu hoch sind. Fertig  - wird fortgeschrieben. Das wärs.
Es wird auch diskutiert und geplant, aber was geschieht wirklich.
  Man veranstaltet 2015
einen
Bürgerdialog, das Ergebnis wird in vielen Punkten fest­gehal­ten.  Wen interessiert’s,
was man damals konstatierte. Wir lesen: Unser OB versprach ein Bün­del von Maßnahmen
zur Verbesserung der Luftqualität.
  Oder: Bei den ver­kehrs­­bezogenen Maß­nahmen versprach
man sich eine Besserung von Tempo-30-Zonen – (in der Zeitung konnte man lesen, dass
 
Herr Kleiner vorschlägt, wo diese liegen könnten, z. B. Grombühlstraße zwischen Senefelder-
und Gabelbergerstraße, nicht mal 100m). Man dachte an 3eine Umweltzone, Maßnahmen
gegen den steigenden PKW-Verkehr, Hilfe zur Verlage­rung von PKW- auf ÖPNV, oder gar
PKW-Ver­kehr raus aus der Innenstadt –
  solche weitgehenden Wünsche, wie sie als Ergebnis
des Bürgerdialogs festgehalten wurden,
  traut man sich fast nicht mehr zu äußern, obwohl sie
logisch und nötig wären.
Und wie werden wir angegangen, weil wir ein ganz kleines Stückchen auf dem Weg zu einer
„menschen­gerechten Stadt“ voran gehen wollen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger steht
in unserem Bürgerbegehren. Helfen sie uns dabei, die Türe dazu end­lich aufzumachen.

 

Beim Bürgerentscheid geht es auch darum, ob Parkplätze oder Gesundheit Vorrang haben.

„Beim Bürgerentscheid: Jeder Baum zählt“  VB/MP am 26.5.2017 S. 25

Zunächst: Danke für die Gegenüberstellung der Plakate des Rats- und des Bürgerbegehrens.  Es sind nur Plakate, doch sagen sie trotz­dem viel aus. Erinnern wir uns: Der Stadtrat wollte einen attraktiven Ankerbau; der BI warf man vor, „den Individualver-kehr völlig aus der Innenstadt zu vertreiben, die Bushaltestelle zu verlegen, auch den Taxistand und die  Würstelbude“ zu entfernen. Beim Bürgerbegehren gibt es Haltestelle und Würst­chen, an der Theaterstraße ist Raum für eine Haltestelle, die auch für den Bedarf der Straba­linie ausge­wei­tet werden kann, Bäume, die hier wachsen werden, können so groß werden, dass sie den Verlust der Baumriesen, die vor dem Theater gefällt werden sollen, im Lauf der Zeit ausglei­chen. Wie sieht das beim Ratsbegehren aus: Es gibt eine Bebauung mit Gastronomie auf dem Platz, es gibt keine Würstelbude, keinen Taxistand, keine Straba- und Bushaltestelle, nicht einmal einen Gehsteig an der Theaterstraße, denn da plant das Ratsbegehren 7 Bäume  Eine Haltestelle ist auf den begrün­ten !! Schienen angezeigt. Jedoch: Auf die genaue Anzahl der Bäume kommt’s nicht an, wichtig wäre, dass genügend Blatt­werk entsteht, das an dieser hochbelasteten Straßenkreuzung in einer immer stärker aufgeheiz­ten Innen­stadt seine notwendige Filter- und Kühlfunktion entfalten kann. Da es aber für den Rats-Vorschlag noch keinen Beschluss gibt, weiß niemand, was vom Stadtrat wirklich beschlossen wird.  Beim Bürgerbegehren weiß man es: Einen grünen Platz vor dem Theater, keine Bebauung und keine Tiefgarage an dieser Stelle. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

 

Leserbriefe die nicht veröffentlicht wurden

 

Leserbrief zu: „Geschäftshaus in der Eichhornstraße".  MP +VB 12-2013

Das Geschäftshaus wurde nicht fertig zum Weihnachtsfest.  Das verdirbt kaum jemand die Festtagsfreude.  Was man bisher sieht von diesem Frontalangriff auf unser Stadtbild lässt alle Hoffnung fahren, dass es nicht so schlimm wird, wie schon die Zeichnungen befürchten ließen.  Solche monströse Belanglosigkeit findet man allerorten, nur passt sie zuweilen in die Gegend, in die sie eingebettet ist. In der Nähe von Falkenhaus und Marienkapelle ist das aber eine Beleidigung für Auge und Herz eines Menschen der diese Stadt liebt. Dieses Konstrukt hat auch lange nicht die Qualität, die wir am Neubau des „Novum“ in der Schweinfurter Straße erkennen können, da passt so was hin, vor allem ist da nach Hotelturm etc. schon eine Umgebung geschaffen. Die natursteinverbrämte Glasbeton-Euphorie wird niemand in unsere vom Fremdenverkehr zehrende Europastadt locken, das finden die Leute überall – von Frankfurt bis  Vancouver und Honolulu.

 

 

 

 

 

 

 

„Ein Aufzugshäuschen am Häckerbrunnen.“ 

9. April 2013 - WUES S.21

Mit großem Interesse habe ich den Bericht über die Abstimmung für das neuerliche Glanzstück in der gebeutelten Würzburger Innenstadt gelesen.  Dass Metall und Glas zum Einsatz kommt, war von vorne herein klar, genau so, wie der Standort, denn die gemütlichen Sitzgelegenheiten waren vielen schon immer ein Dorn im Auge. Bleiben da doch die Besucher, wie auch viele Würzburger viel zu lange sitzen, ohne sich in das Rennen um die Schnäppchen einzureihen.  Da werden dann sicher viel weniger und mit absoluter Sicherheit auch unbequemere Sitzgelegenheiten – wenn überhaupt – installiert, harren doch auch ungezählte Angebote mit lukullischen Glanzstücken auf die Gäste.  Die Glaskiste reiht sich unterwürfig ein in die neueren Kreationen am unteren und oberen Markt, so dass man erfolgreich so altes Zeug wie das Falkenhaus verdrängen kann, was allerdings bei der Marienkapelle nicht so ganz gelingt. Indessen kann sich wieder einmal der Bürger meines Schlages die Namen notieren, die uns das eingebrockt haben, aber auch die sich elegant raushielten, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

„Ex-OB soll Widerstandskämpfer weichen“  13.9. 2013

Die Entscheidung kommt sehr spät, aber sie kommt. Damals durfte die Vergangenheit diverser Politiker nicht diskutiert werden, ohne sofort als Kommunist, Nestbeschmutzer oder Vaterlands­verräter denunziert zu werden.  Alles, was auch nur ein bisschen nach links tendierte, geriet unter die Lupe des Verfassungs schutzes. So wurde über ein halbes Jahrhundert lang eine Erinnerungs­kultur, wie sie heute Gemeingut ist, verhindert. Sonst wären nämlich solche Sätze aus Zimmerers Dissertation nicht mit dem Mantel des Schweigens verdeckt worden:

Vorwort: S. 2.  „Da es eine wertfreie Wissenschaft nicht gibt, muss auch jede wissenschaftliche  Arbeit ihre weltanschaulichen Fundamente aufzeigen. Diese fußen bei uns vor allem im Buch des Führers „Mein Kampf“.“

S. 11: Zu anderen Rassen: ...“Gleichgültig ob „an sich“ gut oder schlecht, die Andersartigkeit und Fremdheit gibt den Ausschlag für die Ablehnung.“

S. 17: „Ursprüngliche Rechtsquelle ist das im Volksempfinden wurzelnde Recht. Daraus stammen die abgeleiteten Rechtsquellen: die staatlichen Gesetze, das Gewohnheitsrecht und der Führerbe­fehl.“

S. 25: Über Demokratie: ..... „Diese in wesentlichen Punkten  also auf Fiktionen aufbauende Demokratie muss die Auflösung des Staates bewirken.  Sie ist die politische Form des rassischen Niedergangs.....“

S. 54:  Staatsangehörigkeit.  „........Neben der politischen Folge des Führergedankens steht als Wichtigstes: biologische Förderung des Gesunden, Ausmerzung  des Untüchtigen, Verhinderung der Rassenmischung....“

S. 58: Frage nach der Stellung der Frau: „....lehnt eine restlose formelle Gleichstellung beider ab.“  ...der natürliche Beruf der Frau ist der als Mutter.  Normalerweise erhält daher die Frau die politischen Rechte erst mit der Verheiratung ...“

S. 61: Stellung der Nichtdeutschen.  „Am brennendsten auf diesem Gebiet ist die Judenfrage... 1869 ließ man die Juden jetzt auch zu den politischen Ämtern zu,..... Die Folgen für Deutschland...... ins­besondere war der kulturelle Niedergang Deutschlands  nicht zuletzt eine Folge der Verjudung.....“

Solche Texte waren in den 50ern kein Problem. Politik und Rechtsprechung ließen das zu. Es hieß: „Es muss endlich Schluss sein mit der Vergangenheitsbewältigung.“

                                                                                                               helmut

 

 

 

 

 

 

 

Würzburger Geschichten

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Wie sich das Stadtbild verändert hat.
Manches konnte verhindert werden.

In Bildern, Karikaturen und Postkarten eingefangen.

Gemeinsam mit vielen Initiativen habe ich versucht, das, was von unserem alten Stadtbild so ausgeprägt und typisch für unser schönes Würzburg  stand, zu erhalten.  Dabei war auch der Grünanteil, nicht nur unser Ringpark, sondern jeder Spielplatz, jede grüne Oase in dem durch die Kessellage so eng bebauten Areal von ganz besonderem Wert.  In der Elterninitiative, in der ARGE Familien und bei der Grombühler Runde ging es um die Belange der Menschen im sozialen Umfeld, mit der ödp um Bürgerrechte, Mitsprache und Sparsamkeit in Politik und Verwaltung, mit dem Umweltforum um den öffentlichen Verkehr und unsere bedrohte Natur und mit dem Verschönerungsverein und vielen anderen relevanten Vereinen und Verbänden ging es um unser Stadtbild und das Leben in dieser Stadt.
Mit meinem Freund Kurt R.B. Wanke habe ich die Szene auch optisch begleitet und daraus sind viele Postkarten und Karikaturen entstanden, die zum Teil nicht ohne Einfluss auf die politische Entwicklung der jeweiligen Streitfrage geblieben sind.  Der "Klotz" auf dem Marktplatz wäre für Kurt, hätte er es noch erleben müssen, bestimmt auch ein Grund für ein weiteres bissiges Veto gewesen.

Eine kleine Auswahl soll das zeigen:



Wo einst die Festung herunter blickte: "derKlotz"                     So ist es.



Der Blick zum "Stift Haug" wurde  zugeklotzt.       Das Viktoriahaus verdeckt  Petrinis Werk.



Diese  Leuchten waren Ziel von Satire und Spott.           Diese Idee stirbt leider auch nicht aus.



Das Grün der Stadt muss verteidigt werden.         Ein Zebrastreifen =Guiness-Buch der Rekorde
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Eine Karikatur mit großer Wirkung.                            Da hatten wir keine Chance

 

 



Das war noch nicht der letzte Streich.            Schöner alter Kiliansplatz - weint Frankonia?


Das Bürgerbegehren - Dayid gegen Goliath - war erfolgreich.  Eine gute Lösung ist jetzt möglich.



Nicht der letzte Schrei.                                            Ehrenbrief

Die verkehrte Richtung

Klare Fronten

Die Entscheidung gegen eine verkehrsberuhigte Hofstraße ist auch eine Entscheidung gegen eine bessere Aufenthaltsqualität und damit auch gegen das höchste Gut, das wir im Fremdenverkehr anzubieten haben.  Und es ist auch gegen die Bürger dieser Stadt, die längst so fortschrittlich sind, dass sie die „Autogerechte Stadt“ ad acta gelegt haben.  Und es ist auch Ignoranz gegenüber den Erkenntnissen der Wissenschaft und der Städteplaner die längst erkannt haben, dass die Lebens- und Wohnqualität Priorität haben muss, nicht nur für die Einwohner, sondern auch für die Besucher und nicht zuletzt für die Wirtschaft, wie man auch aus den Erfahrungen der Vorreiterstädte weiß.

Auch über die Maßnahmen, die dafür sorgen können, wie man dem überbordenden Individualver­kehr Paroli bieten kann, gibt es gute Rezepte.

Und es gibt auch ein gutes Rezept für die nächsten Wahlen. Nicht nur  für die, die sich eine autofreie Domfreiheit wünschen oder sich gerne an gemütlichen Plätzen niederlassen, sondern auch die Leute, die gern ungestresst einkaufen wollen.                                            

 

 

Wieder einmal ist Mobilität das Thema – und man kann dankbar sein, dass man eigentlich nicht nachdenken muss, weil das, was getan werden müsste, seit mindestens 30 Jahren unverändert vorgetragen wird und von der Entwicklung auch vollbestätigt wird.  Dass es trotzdem von vielen nicht zur Kenntnis genommen wird:  dass die Aufenthaltsqualität in Fußgängerzonen verbessert wird, dass wir genug Parkplätze haben, dass ein paar zusätzliche P+R-Plätze mit Bus-Anbindung die Situation nicht nur verbessern, sondern auch die Fremdenverkehrs- und Einkaufsstadt aufwerten würde, ist schon sehr eigenartig.  Obwohl Würzburg optisch durch die Altstadt dominierende Großkotze an Attraktivität verloren hat, steigen trotzdem die Besucherzahlen und verdient wird, wie man sieht auch genug.  Und wer durch Würzburg geht, stellt fest, dass sich die Menschen auf diesen Straßen wohlfühlen. Ich sag es immer wieder: die Stadt ist für die Menschen da und jede Verbesse­rung des ÖPNV macht unzählige Parkplätze überflüssig.                                      19.4.2013

 

Mit großem Interesse habe ich den Bericht über die Abstimmung für das neuerliche Glanzstück in der gebeutelten Würzburger Innenstadt gelesen.  Dass Metall und Glas zum Einsatz kommt, war von vorne herein klar, genau so, wie der Standort, denn die gemütlichen Sitzgelegenheiten waren vielen schon immer ein Dorn im Auge. Bleiben da doch die Besucher, wie auch viele Würzburger viel zu lange sitzen, ohne sich in das Rennen um die Schnäppchen einzureihen.  Da werden dann sicher viel weniger und mit absoluter Sicherheit auch unbequemere Sitzgelegenheiten – wenn überhaupt – installiert, harren doch auch ungezählte Angebote mit lukullischen Glanzstücken auf die Gäste.  Die Glaskiste reiht sich unterwürfig ein in die neueren Kreationen am unteren und oberen Markt, so dass man erfolgreich so altes Zeug wie das Falkenhaus verdrängen kann, was allerdings bei der Marienkapelle nicht so ganz gelingt. Indessen kann sich wieder einmal der Bürger meines Schlages die Namen notieren, die uns das eingebrockt haben, aber auch die sich elegant raushielten, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.                                      9.4.2013

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