Verkehr in Würzburg

 Plakat des Ratsbegehrens satirisch verändert von Helmut Försch

 

Warum werden am Kardinal Faulhaber-Platz keine Schadstoffe mehr gemessen

Diese  Messstation wurde aufgestellt um die Belastung der Luft durch  Schadstoffe 
zu messen
Ich habe nachge­fragt, niemand  konnte oder wollte mir sagen, warum hier nicht
mehr gemessen wird. Da Würzburg schon lange zu den am schwersten belasteten Städten
gehört, drohten für den Stadtverkehr Sanktionen. Schon in2003 wurden an dieser Station
die Feinstaubwerte deutlich überschritten. Deshalb hätte eigentlich dem Gesetz ge­mäß längst
gehandelt werden.
  Nun habe ich erfahren,  die Messstation am Stadtring süd als Ersatz für
diese hier ausgesucht wurde.
  Damals wurde der neue Standplatz an diese verkehrsmä­ßig
stark befahrene, aber gut durch ­­­lüftete Stelle außerhalb des Tal­kessels verlegt, wo keine Spitzenwerte drohten.. Am KFP aber wur­den schon im Jahr 2000
  doppelt so hohe Werte bei
Benzol und Ruß, und bei Stickoxyd dreimal so hohe wie am Stadtring süd gemessen.
 

Das wollte ich genauer wissen. Also schrieb ich an unsere bayrische Umweltministe­rin. 
Ich fragte nach den Kriterien für die Aufstellung der Messstationen, schilderte meine
Ermitt­lungen und fragte auch, warum hier nicht mehr gemessen wird. Frau Scharf ließ nur
antworten auf meine Frage nach den Qualitätsrichtlinien. Doch etwas daran war interessant:
Da heißt es u.a.: „Meßstationen in länd­lichen Bereichen zur Erfassung der Hinter­grund­-
Bela­stung und
an sehr stark verkehrsbelasteten Innen­stras­sen mit schluchtartiger
Randbebauung
(sog.hot-spots) runden das Messnetz ab“. Und nun lese ich in dem Brief:
„DieMessstation am Stadt­ring süd ...zeichnet als hot-spot die höch­sten Belastungen
Würz­burgs auf.“
Hot-spot - Das stimmte doch nicht überein mit den Kriterien.. Und deshalb schrieb ich ihr erneut am 22.11.16 „Die Messstation am Stadtring süd zeigt keine Merkmale als hot-Spot :
sie liegt
  nicht in der Innen­stadt, liegt deutlich über dem Niveau der Stadtmitte,  liegt in
lockerer Bebauung mit ca. 50 m Abstand zwischen den Häuser­reihen, befindet sich über
der Fahrbahn
 unter einer Grünanlage und der Verkehr fließt gleichmäßig auf 4-spuriger
Fahrbahnvorbei“
  u.s.w. Am 21. 12. 2016 bekam ich Antwort vom Bayr. Landesamt f. Umwelt, an das meine Anfra­ge
weiterge­reicht worden war: die Kernaussage: „Es ist bekannt, dass es im Stadtgebiet von
Würzburg neben dem Stadtring süd und dem Kardinal Faulhaber Platz Stellen gibt, die höher belastet sind.“ Ergänzend wurde mir mitgeteilt, es sei mit der Stadt Würzburg geplant,
2017 an ausgewählten Stand­orten Immis­sionsmessungen für Stickoxyd auch
  an der
Grombühlstraße durchzuführen, kein Wort von Kardi­nal Faulhaber Platz, von meiner Frage zu hot-spot und der Tatsache, dass sich zwar Werte ändern , aber doch niemals umkehren können.
In den Veröffentlichungen der Stadt Würzburg lesen wir: Der Luftreinhalteplan wird fortgeschrie­ben, weil die Belastungen zu hoch sind. Fertig  - wird fortgeschrieben. Das wärs.
Es wird auch diskutiert und geplant, aber was geschieht wirklich.
  Man veranstaltet 2015
einen
Bürgerdialog, das Ergebnis wird in vielen Punkten fest­gehal­ten.  Wen interessiert’s,
was man damals konstatierte. Wir lesen: Unser OB versprach ein Bün­del von Maßnahmen
zur Verbesserung der Luftqualität.
  Oder: Bei den ver­kehrs­­bezogenen Maß­nahmen versprach
man sich eine Besserung von Tempo-30-Zonen – (in der Zeitung konnte man lesen, dass
 
Herr Kleiner vorschlägt, wo diese liegen könnten, z. B. Grombühlstraße zwischen Senefelder-
und Gabelbergerstraße, nicht mal 100m). Man dachte an 3eine Umweltzone, Maßnahmen
gegen den steigenden PKW-Verkehr, Hilfe zur Verlage­rung von PKW- auf ÖPNV, oder gar
PKW-Ver­kehr raus aus der Innenstadt –
  solche weitgehenden Wünsche, wie sie als Ergebnis
des Bürgerdialogs festgehalten wurden,
  traut man sich fast nicht mehr zu äußern, obwohl sie
logisch und nötig wären.
Und wie werden wir angegangen, weil wir ein ganz kleines Stückchen auf dem Weg zu einer
„menschen­gerechten Stadt“ voran gehen wollen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger steht
in unserem Bürgerbegehren. Helfen sie uns dabei, die Türe dazu end­lich aufzumachen.

 

Beim Bürgerentscheid geht es auch darum, ob Parkplätze oder Gesundheit Vorrang haben.

„Beim Bürgerentscheid: Jeder Baum zählt“  VB/MP am 26.5.2017 S. 25

Zunächst: Danke für die Gegenüberstellung der Plakate des Rats- und des Bürgerbegehrens.  Es sind nur Plakate, doch sagen sie trotz­dem viel aus. Erinnern wir uns: Der Stadtrat wollte einen attraktiven Ankerbau; der BI warf man vor, „den Individualver-kehr völlig aus der Innenstadt zu vertreiben, die Bushaltestelle zu verlegen, auch den Taxistand und die  Würstelbude“ zu entfernen. Beim Bürgerbegehren gibt es Haltestelle und Würst­chen, an der Theaterstraße ist Raum für eine Haltestelle, die auch für den Bedarf der Straba­linie ausge­wei­tet werden kann, Bäume, die hier wachsen werden, können so groß werden, dass sie den Verlust der Baumriesen, die vor dem Theater gefällt werden sollen, im Lauf der Zeit ausglei­chen. Wie sieht das beim Ratsbegehren aus: Es gibt eine Bebauung mit Gastronomie auf dem Platz, es gibt keine Würstelbude, keinen Taxistand, keine Straba- und Bushaltestelle, nicht einmal einen Gehsteig an der Theaterstraße, denn da plant das Ratsbegehren 7 Bäume  Eine Haltestelle ist auf den begrün­ten !! Schienen angezeigt. Jedoch: Auf die genaue Anzahl der Bäume kommt’s nicht an, wichtig wäre, dass genügend Blatt­werk entsteht, das an dieser hochbelasteten Straßenkreuzung in einer immer stärker aufgeheiz­ten Innen­stadt seine notwendige Filter- und Kühlfunktion entfalten kann. Da es aber für den Rats-Vorschlag noch keinen Beschluss gibt, weiß niemand, was vom Stadtrat wirklich beschlossen wird.  Beim Bürgerbegehren weiß man es: Einen grünen Platz vor dem Theater, keine Bebauung und keine Tiefgarage an dieser Stelle. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.